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Michael Gerber tritt Amt als Fuldaer Bischof an

Die Kirche müsse ein Raum für Beziehungen bieten, durch die „Menschen in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden“, so der neue Fuldaer Bischof in seiner Predigt.
Bischof Gerber ins Amt eingeführt
Foto: Arne Dedert (dpa) | In seiner Predigt zur Einführungsmesse betonte Gerber die Bedeutung des Bistums Fulda für das Christentum in Deutschland.

Michael Gerber hat sein Amt als 18. Bischof von Fulda angetreten. Im voll besetzten Salvatordom übernahm er am Sonntag die Leitung der Diözese von seinem Vorgänger Heinz Josef Algermissen. Papst Franziskus hatte den bisherigen Freiburger Weihbischof Gerber im Dezember ernannt.

Gerber: Kirche muss Raum für Beziehungen bieten

In seiner Predigt zur Einführungsmesse betonte Gerber die Bedeutung des Bistums Fulda für das Christentum in Deutschland. „Wer als Bischof neu in eine Diözese kommt, für den ist es geboten, sich aus einer Haltung der Ehrfurcht von der Frage leiten zu lassen: Welche Geschichte hat Gott mit den Menschen hier geschrieben?“ Gerber verwies dabei mehrfach auf den heiligen Bonifatius, den sogenannten Apostel der Deutschen, der in Fulda begraben liegt. Die Geschichte des Heiligen und seiner Gefährten stelle die Frage, was heute der Auftrag der Kirche sei.

„Es geht im Kern auch heute, 2019 um den Vorgang, um den es seit jenem ersten Pfingsten in Jerusalem geht“, erklärte Gerber. Die Kirche müsse ein Raum für Beziehungen bieten, durch die „Menschen in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden“. Vorbilder wie der heilige Bonifatius oder die heilige Elisabeth, die zweite Bistumspatronin, gäben dazu auch konkrete Empfehlungen: „Gestaltet eine Pastoral am Puls und in Fühlung mit den tiefen Regungen der Herzen der Menschen, die euch begegnen. Seid dabei nicht unkritisch, sondern schaltet Verstand und Herz ein“, ließ Gerber die Heiligen sagen.

Bischof eingebunden in Formen der Weggemeinschaft

Wie die Glaubensvorbilder vor Jahrhunderten sei zudem auch der Bischof heute eingebunden in „Formen der Weggemeinschaft: Mit den Priestern meiner Priestergemeinschaft, mit befreundeten Familien, mit Menschen, die als Frauen und Männer des geweihten Lebens ihren Weg gehen“. Ohne sie könne er seinen eigenen Weg nicht bewältigen, betonte Gerber, der ein leidenschaftlicher Wallfahrer und Pilger ist.

Ein besonderes Wort des Dankes sprach der neue Bischof zudem an seinen Vorgänger, Heinz Josef Algermissen, der im Sommer vergangenen Jahres nach 17 Jahren als Oberhirte von Fulda in den Ruhestand getreten war. Dem Dank schloss sich auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, an. Im Namen Papst Franziskus' würdigte er Algermissens Wirken „in diesem schönen Weinberg des Herrn von Fulda“.

DT/kim

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