Streit um KHKT

Kölner Hochschule weist Vorwürfe zurück

In einer Stellungnahme distanziert sich das Rektorat der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) von der politisch motivierten Benennung als „Woelki-Hochschule“.
Missionshaus der Steyler Missionare in Sankt Augustin
Foto: imago-images.de

Das Rektorat der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) weist Kritiker zurück, die in den vergangenen Woche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Einrichtung öffentlich geäußert hatten. In einer vom Kölner „domradio“ am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme distanzieren sich der kommissarische Rektor Christoph Ohly, der Prorektor Elmar Nass sowie der Prorektor für Lehre Tobias Hänle von der politisch motivierten Benennung als „Woelki-Hochschule“, da es sich bei der KHKT nicht um eine Neugründung handele.

Keine Einflussnahme auf Forschung und Lehre

Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Eine damit offensichtlich unterstellte Einflussnahme auf Forschung und Lehre durch kirchliche Stellen findet in keiner Weise statt und würde auch unserem Selbstverständnis als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widersprechen.“ Vielmehr setze die KHKT die fast hundertjährige Tradition der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Augustin der Steyler Missionare (PTH) fort.

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Mit Nachdruck betonen die Unterzeichner, dass die Kölner Hochschule das im deutschen Sprachraum einzigartige missions- und religionswissenschaftliche Profil der PTH übernommen und um aktuelle Themen wie gesellschaftlicher Dialog, Interkulturalität, Interreligiosität und Digitalisierung erweitert habe: „Wer bei uns studiert, kommt ins Gespräch mit einer fundierten und gegenwartsorientierten Theologie, die sich ihrem Erbe verpflichtet weiß und die sich gerade deswegen zugleich immer auch als Gesellschaftswissenschaft versteht.“ Die Beziehung zu anderen Kulturen und Religionen präge nicht nur das fachliche Studium, sondern zugleich die Vielfalt der Studierenden und Dozierenden mit Blick auf ihre Herkunft.

Rektorat unterstreicht Bedeutung der Vielfalt von theologischen Fakultäten

Der Standort Köln bietet aus Sicht des Rektorats gute Voraussetzungen für die Zukunft der Hochschule: Er habe die Vernetzung in Gesellschaft und Wissenschaft begünstigt, die ein Garant für eine fundierte und nachhaltige theologische Ausbildung und Sprachfähigkeit in der Welt von heute und morgen sei.

Ohne die Debatte um die Vereinbarkeit der Kölner Hochschule mit dem Preußischen Konkordat, das die akademische Priesterausbildung an staatlichen Universitäten vorsieht, ausdrücklich anzusprechen, unterstreicht das Rektorat die Bedeutung der Vielfalt von theologischen Fakultäten und Hochschulen. Diese bereicherten die Qualität von Forschung und Lehre. Sie mit Blick auf divergierende Positionen beschneiden zu wollen, „widerspricht unserem Verständnis von Wissenschaftsfreiheit und Dialogoffenheit. Zudem unterstützen wir das Prinzip, dass jeder Mensch sich in Freiheit für seinen Studienort entscheiden darf.“

In den vergangenen Wochen hatten sich im Erzbistum Köln und in der Bonner Universität mehrfach kritische Stimmen zu Wort gemeldet, die in der Kölner Hochschule für katholische Theologie ein mit dem geltenden Konkordat unvereinbares Projekt sehen.  DT/reg

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