Kurienreform abgeschlossen

Evangelisierung und Caritas sind neue Schwerpunkte

Vatikan veröffentlicht die Konstitution „Praedicate Evangelium“ zum Abschluss der Kurienreform.
Papst Franziskus
Foto: Andrew Medichini (AP) | Mit der Konstitution „Praedicate Evangelium“ erhält die lang geplante und bereits teilweise umgesetzte Kurienreform ihren definitiven Abschluss.

Der Vatikan hat heute, am Fest des heiligen Joseph und dem Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus vor neun Jahren, die Konstitution „Praedicate Evangelium“ veröffentlicht, mit dem die lang geplante und bereits teilweise umgesetzte Kurienreform ihren definitiven Abschluss erhält. Dass es in Zukunft keine „Kongregationen“, sondern nur noch „Dikasterien“ geben würde, wusste man bereits. Auch dass nicht mehr die Glaubenskongregation die „Suprema“, die oberste der Kongregationen sein würde, war bekannt.

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Neu wird für viele sein, dass die bisherige Almosenverwaltung, die unter ihrem Leiter Kardinal Konrad Krajewski zunehmend in die Öffentlichkeit getreten ist, nun auch als Dikasterium firmiert und nach dem Dikasterium für die Evangelisierung, das die Liste dieser Behörden anführt, und dem für die Glaubenslehre als Nummer zwei den dritten Platz einnimmt und in Zukunft „Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe“ heißt.

Auch Räte werden zu Dikasterien

Die Spitze der Römischen Kurie erhält damit eine nach außen hin deutlich sichtbare Umgestaltung. Auch die „Päpstlichen Räte“ wird es nicht mehr geben. Der Rat für die Neuevangelisierung verschwindet im Dikasterium für die Evangelisierung. Aus dem Rat für die Einheit der Christen wird das Dikasterium für die Förderung der Einheit der Christen und der Rat für die Gesetzestexte steigt ebenso zum Dikasterium auf. Da „Praedicate Evangelium“ bisher nur auf Italienisch veröffentlicht wurde, bleibt abzuwarten, wie die vatikanischen Behörden in Zukunft auf Deutsch genannt werden.

Weitere „Organismen“ für Wirtschaft und Justiz

Neben der neuen Liste an Dikasterien wird es laut Apostolischer Konstitution auch „Organismen für das Justizwesen“ sowie „Wirtschaftliche Organismen“ geben, die den Dikasterien nachgeordnet sind. Hier bleibt es bei Räten und Sekretariaten, etwa dem Rat und dem Sekretariat für die Wirtschaftsfragen oder den Vatikangerichten der Apostolischen Signatur und der Rota Romana. Die Medienbehörde des Vatikans wird aber weiterhin als „Dikasterium für die Soziale Kommunikation“ aufgeführt. Hinter den neuen Namen und Eingangsschildern bleiben vorerst die bereits jetzt vorhandenen Büros und Abteilungen im Vatikan bestehen. Wie sich die neuen Dikasterien intern entwickeln und mit dem nach wie vor bestehenden Staatssekretariat zusammenarbeiten werden, bleibt abzuwarten. 

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