Magdeburg

Bischof Feige kritisiert mangelnden Fortschritt bei Ökumene

Einige hätten den „Paradigmenwechsel“ des Konzils noch immer nicht verinnerlicht, so Magdeburgs Bischof Feige. Zuweilen werde ein „exklusivistisches Kirchenbild“ vertreten.
Bischof Feige hatte am Sonntagnachmittag am „Catholica“-Podium auf der EKD-Synode teilgenommen
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa-Zentralbild) | Bischof Feige hatte am Sonntagnachmittag am „Catholica“-Podium auf der EKD-Synode teilgenommen. Das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche tagt noch bis Mittwochvormittag in Magdeburg.

Der Ökumenebeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Feige, hat bei einem Podiumsgespräch auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mehr Fortschritte in der Ökumene gefordert und dabei auch die Haltung der römisch-katholischen Kirche kritisiert.

"Fundamentaler Perspektivwechsel" durch Synodalen Weg

„Ich habe den Eindruck, dass einige Vertreter meiner Kirche immer noch nicht den Paradigmenwechsel des Zweiten Vatikanischen Konzils mit seinen katholischen Prinzipien des Ökumenismus verinnerlicht haben“, sagte der Magdeburger Bischof insbesondere in Richtung des Vatikans. Statt im erzielten Konsens eine gemeinsame Methode zu sehen und zu weiteren verantwortlichen Schritten zu kommen, werde zuweilen immer noch ein „exklusivistisches Kirchenbild“ sowie die Vorstellung vertreten, eine wirkliche Einheit gebe es nur in der römisch-katholischen Kirche.

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Bischof Feige hatte am Sonntagnachmittag am „Catholica“-Podium auf der EKD-Synode teilgenommen. Das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche tagt noch bis Mittwochvormittag in Magdeburg. In seinem Grußwort ging der katholische Ökumenebischof auch auf den weltweiten Synodalen Prozess ein, mit dem Papst Franziskus einen „fundamentalen Perspektivwechsel weg vom Amt und der Verantwortung der Bischöfe hin zum ganzen Volk Gottes“ eingeleitet habe.

Dabei seien die Themen des Synodalen Wegs in der deutschen Kirche auch in vielen anderen Ländern der Welt virulent, sagte Feige. Das habe das kürzlich veröffentlichte Arbeitsdokument für die zweite, kontinentale Phase der Weltsynode gezeigt. Das gelte für den Wunsch nach Beteiligung und Mitverantwortung aller Getauften ebenso wie für die Rolle der Frau in der Kirche und die Anerkennung und Wertschätzung von LGBTQ-Personen, so Feige.

Lob für den Synodalen Weg aus den Reihen der EKD

Auch aus Reihen der EKD kam ausdrückliches Lob für den Synodalen Weg. „Es hat sich gezeigt, dass der Synodale Weg in den vergangenen zwei Jahren nicht nur die Diskussionskultur der katholischen Kirche in Deutschland maßgeblich verändert hat, sondern dass er auch im Stande ist, Ergebnisse vorzulegen, auf deren Grundlage sichtbare und folgenreiche Reformen umgesetzt werden können“, sagte der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Karl-Hinrich Manzke aus Bückeburg.

Auch Manzke trat der Auffassung entgegen, der Synodale Weg sei ein „Sonderprojekt“ der katholischen Kirche in Deutschland. Den Kritikern unterstellte er Unehrlichkeit in der Argumentation. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass man Richtung Deutschland spricht, aber gleichzeitig Rom meint.“  DT/ogi

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