Magdeburg

EKD-Ratsvorsitzende lobt Synodalen Weg

Sie bewundere den Mut, mit dem in der katholischen Kirche Kernfragen des eigenen Selbstverständnisses diskutiert würden, so Annette Kurschus.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus
Foto: IMAGO/Jens Schlueter (www.imago-images.de) | Die EKD-Ratsvorsitzende empfiehlt eine „Kooperationsökumene“, bei der sich Christen gemeinsam für Dritte einsetzen, beispielsweise für Flüchtlinge oder Klimagerechtigkeit.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland gelobt. „Ich bewundere als evangelische Christin den Mut, mit dem in der katholischen Kirche substanzielle Kernfragen des eigenen Selbstverständnisses diskutiert werden“, sagte Annette Kurschus in ihrem Bericht auf der Synode – also dem Kirchenparlament – der EKD, die derzeit in Magdeburg stattfindet. „Da geht es radikal an die Wurzeln.“

Enttäuscht von Gespräch mit Kardinal Koch

Das Bestreben, sich zu öffnen und gleichzeitig katholisch zu bleiben, sorge aber auch für Frustrationspontenzial und Risiken, gestand die EKD-Ratsvorsitzende ein. Dies habe man auf der letzten Versammlung des Synodalen Weges in Frankfurt am Main beobachten können.

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Enttäuscht zeigte sich Kurschus von einem Besuch in Rom und einem Gespräch mit dem päpstlichen Ökumenebeauftragten, Kardinal Kurt Koch, im Sommer dieses Jahres. Diese Begegnung sei ebenso offen und ehrlich wie auch ernüchternd gewesen, so die Ratsvorsitzende. Dies betreffe nicht nur die kritische Haltung Roms zum Synodalen Weg, sondern auch zum ökumenischen Papier „Gemeinsam am Tisch des Herrn“. Der Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) hatte im September 2019 das Votum der Öffentlichkeit vorgestellt und sich darin für die wechselseitige Öffnung von Eucharistie und Abendmahl für Christen anderer Konfessionen ausgesprochen.

Die EKD-Ratsvorsitzende empfahl eine „Kooperationsökumene“, bei der sich Christen gemeinsam für Dritte einsetzen, beispielsweise für Flüchtlinge oder Klimagerechtigkeit. „Es müssen nicht alle Konflikte gelöst und nicht alle Fragen beantwortet sein, um gemeinsam zu handeln“, so Kurschus.  DT/ogi

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