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Auf der Suche nach Frieden

Papstgesandter trifft in China ein – Franziskus appelliert an Berliner Konferenz.
Papst Franziskus und Kardinal Zuppi
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Als Sondergesandter des Papstes trifft Kardinal Matteo Zuppi heute in China ein.

Wieder eine „unmögliche Mission“: Als Sondergesandter des Papstes trifft Kardinal Matteo Zuppi heute in China ein. Es ist die vierte Station – nach Kiew, Moskau und Washington. Und die schwierigste: Die zwar immer wieder verlängerte, aber schon mehrfach von Peking verletzte Vereinbarung zwischen Vatikan und chinesischer Führung über die Bestellung von Bischöfen im Reich der Mitte zeigt die marginalen Spielräume, innerhalb derer Rom wirklich Einfluss auf die Entscheidungen des kommunistischen Regimes nehmen kann.

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Zuppi selbst bezeichnete seine Reise nach China kurz vor dem Abflug als ein „Weben am schwierigen Stoff des Friedens“. Der Erzbischof von Bologna und Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz hat bereits erleben müssen, dass sein Werben für eine diplomatische Lösung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs eher einem Säuseln gleicht, das im Getöse der explodierenden Granaten des Kriegs kaum zu vernehmen ist: In Kiew und Moskau hatte man ihm freundlich zugehört, vom Treffen mit Präsident Joe Biden im Weißen Haus gab es nicht einmal ein Video oder ein Foto. 

Die Kühnheit des Friedens

In seiner gestern verlesenen Botschaft an das von der Gemeinschaft Sant’Egidio ausgerichtete Friedenstreffen der Religionen in Berlin, an dem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz teilnahmen, hat Papst Franziskus diese Mühseligkeit fast traurig kommentiert: „Was wir brauchen, ist die Kühnheit des Friedens: Jetzt, weil zu viele Konflikte schon zu lange andauern, so lange, dass einige nie zu enden scheinen, so dass in einer Welt, in der alles schnell geht, nur das Ende von Kriegen langsam erscheint.“

Niemand weiß bisher, wann und wie das Sterben in der Ukraine aufhören wird. Eskalation oder Erschöpfung ist die Alternative. In beiden Fällen wird es keinen strahlenden Sieger geben. Um das Gemetzel abzukürzen, sucht der Papst Verbündete. Dass sein Emissär Zuppi diese ausgerechnet in Peking finden wird, ist nicht zu erwarten. Aber immerhin: Zum ersten Mal betritt ein hochrangiger Vertreter der „ausländischen Macht“ Rom chinesischen Boden. Es bleibt abzuwarten, wie weit man Zuppi sich auf diesem Terrain vorwagen lässt.

Der Papst als einsamer Rufer

Nach dem Fall der Mauer vor über dreißig Jahren wurde Berlin zu einem Symbol der Hoffnung auf eine friedlichere Welt. Aber der Weltfriede, so der Papst in seiner Botschaft nach Berlin, „wurde im Laufe der Jahre nicht auf dieser gemeinsamen Hoffnung aufgebaut, sondern auf Partikularinteressen und Misstrauen gegenüber anderen. So wurden, anstatt Mauern einzureißen, weitere Mauern errichtet. Und von der Mauer zum Schützengraben ist es leider oft nur ein kleiner Schritt.“ In einer von Unruhen, Bürgerkriegen und offenen Konflikten gezeichneten Welt, im Vergleich zu der die Zeit des Kalten Kriegs fast eine Friedensepoche war, wird Europa mehr zu mehr zur Insel, auf der das Leben (noch) in alten Bahnen verläuft. Wenn man in der Zukunft auf die kriegerische Welt von heute zurückblicken wird, steht der römische Papst fast als Einziger dar, der seine Stimme für eine neue und globale Friedensordnung erhoben hat.

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