Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kiew

100 „Moskauer“ Gemeinden wechseln zu eigenständiger ukrainischer Orthodoxie

Wegen der Haltung des Moskauer Patriarchats zum Krieg in der Ukraine sagen sich immer mehr Gemeinden von Kyrills Kirche los.
Metropolit Epifanij betont, dass Übertritte in der ganzen Ukraine zu beobachten seien
Foto: Efrem Lukatsky (AP) | Epifanij betont, dass die Übertritte in der ganzen Ukraine zu beobachten seien, „nicht nur im Westen, sondern auch im Zentrum, im Osten und im Süden“.

Das vom russisch-orthodoxen Kirchenoberhaupt Kyrill I. geführte Moskauer Patriarchat steht im Krieg Russlands gegen die Ukraine weiter eng an der Seite des russischen Machthabers Wladimir Putin. Aufgrund dieser Haltung haben sich rund 100 ukrainische orthodoxe Kirchengemeinden dazu entschlossen, von der vom Moskauer Patriarchat kontrollierten ukrainisch-orthodoxen Kirche zur autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine zu wechseln. Dies berichtet das ukrainische Medium „The Kyiv Independent“.  

Übertritte in der ganzen Ukraine

Das Oberhaupt der eigenständigen, von Moskau unabhängigen Kirche, Metropolit Epifanij, spricht von einer „Welle von Übertritten“. Die Ukrainer, die sich bisher „in geistiger Täuschung befanden, beginnen allmählich zu sehen“, so der Metropolit. Epifanij betont auch, dass die Übertritte in der ganzen Ukraine zu beobachten seien, „nicht nur im Westen, sondern auch im Zentrum, im Osten und im Süden“.

Lesen Sie auch:

Die Gemeinden des Moskauer Patriarchats in der Ukraine, die sich bislang noch nicht zum Schritt des Übertritts entschieden hätten, forderte Epifanij auf, „nicht zu schweigen, sondern sich der anerkannten orthodoxen Kirche anzuschließen“. Der eigenständigen ukrainisch-orthodoxen Kirche war erst Ende des Jahres 2018 durch den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel die Autokephalie zuerkannt worden. Der Gründung vorangegangen war ein andauernder Konflikt mit der moskautreuen russisch-orthodoxen Kirche. 

Moskauer Patriarchat will an ÖRK-Vollversammlung teilnehmen

Indes kündigte das Moskauer Patriarchat an, an der XI. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe teilnehmen zu wollen. Wie die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA) berichtet, benannte der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche eine 22 Mitglieder umfassende Delegation unter der Leitung von Außenamtschef, Metropolit Hilarion Alfejew.

Wegen Kyrills Haltung zum russischen Krieg gegen die Ukraine hatten zuvor einige westliche ÖRK-Mitglieder gefordert, das Moskauer Patriarchat aus dem Weltkirchenrat auszuschließen. Kyrill weigert sich nach wie vor, von einem Krieg in der Ukraine zu sprechen und macht den Westen für den „Konflikt“ verantwortlich.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Kirchengemeinden Russlands Krieg gegen die Ukraine Kyrill I. Russisch-Orthodoxe Kirche Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. ist ein Brandstifter, der sich als Feuerwehrmann präsentiert.
03.06.2025, 11 Uhr
Stephan Baier
Das Weihnachtsfest hängt eng mit dem Bekenntnis von Nizäa zusammen, schreibt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer: Wie eine Ikone zur Katechese über das Geheimnis Christi wird.
22.12.2025, 07 Uhr
Bischof Rudolf Voderholzer
Nur Gottes Wort hören – unkommentiert: Der Podcast „Bibel to go“ bietet täglich die Schriftlesungen an. Dahinter stehen ein Schauspieler und ein Radiosprecher aus Berlin.
16.12.2025, 15 Uhr
Elisabeth Hüffer

Kirche

Wie der Glaube an das Weihnachtsgeheimnis säkularisiert wurde – und welcher Weg wieder zum wahren Kern des Festes zurückführt.
02.01.2026, 10 Uhr
Michael Karger
Den Jugendlichen sagt Leo XIV.: Die Hoffnung kommt von oben. Es ist Jesus Christus! Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
02.01.2026, 14 Uhr
Redaktion
Das Hochfest der Gottesmutter als Widerspruch gegen die Kultur der Autonomie: Warum die Kirche das neue Jahr mit einer Mutter beginnt – und nicht mit Vorsätzen.
01.01.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Für Leo XIV. haben Angst und Misstrauen nicht das letzte Wort, weil der Glaube an den Gott der Liebe Versöhnung möglich macht. Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
01.01.2026, 14 Uhr
Redaktion
Leo XIV. ruft zum gegenseitigen Austausch auf, um auch bei Missverständnissen den Weg zur Versöhnung zu ebnen. Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
31.12.2025, 14 Uhr
Redaktion