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Hilarion: EU-Bischöfe sollen zwischen Russland und Westen vermitteln

Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchat antwortet auf einen Brief des COMECE-Vorsitzenden Hollerich. Darin spricht er von Dialog, nennt Russland aber nicht als Aggressor.
Hilarion Alfejew
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Außenamtschef Hilarion antwortete mit seinem Brief auf ein Schreiben von Kardinal Hollerich, das dieser als Vorsitzender der COMECE Anfang März an Patriarch Kyrill I. gesendet hatte.

Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, sieht die europäische Bischofskommission COMECE in einer Vermittlerrolle zwischen Russland und dem Westen. In einem Brief an den Luxemburger Kardinal und COMECE-Vorsitzenden Jean-Claude Hollerich schreibt Hilarion, nach Ansicht des Moskauer Patriarchats könne die COMECE, die Vertretung der katholischen Bischöfe bei der EU, eine wichtige Rolle dabei spielen, einen Dialog herzustellen, „indem sie mit Vertretern der Europäischen Union zusammenarbeitet, um eine weitere Eskalation der gegenwärtigen Situation zu verhindern und dazu beizutragen, diese auf Grundlage christlicher Werte zu überwinden“.

Treue Unterstützer von Putins Krieg

Das Moskauer Patriarchat und insbesondere dessen Oberhaupt, der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill, gelten als treue Unterstützer des russischen Diktators Wladimir Putin und unterstützen dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wie Kyrill spricht auch Hilarion in seinem Brief nicht von einem Krieg. In dieser „Situation“ sei es das wichtigste, „alles in unserer Macht Stehende zu unternehmen, um sicherzustellen, dass direkte Verhandlungen fortgesetzt werden und so schnell wie möglich zu einem Ergebnis kommen“. Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen müssten weiterhin das „Potenzial des Dialogs“ in sich tragen.

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Hilarion betonte weiter, dass Kyrill jeden Tag „hart dafür arbeitet“, besonders in der Ukraine „Frieden und Vertrauen“ wiederherzustellen. Es sei offensichtlich, dass der derzeitige Konflikt nicht mit noch weiteren öffentlichen Erklärungen gelöst werden könne. Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen befänden sich in einer „Sackgasse“, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, einander zu hören, seien verloren gegangen. „In dieser Situation ist es dringend notwendig, sich von einer Rhetorik der Ultimaten zu verabschieden, Kanäle des Dialogs aufzubauen und offizielle wie inoffizielle Verhandlungen zu organisieren, die zu einem gerechten Frieden führen können“.

Beziehungen in einer "Sackgasse"

Angesichts der herausfordernden Umstände sei es erforderlich, Flüchtlingen und allen, die „unter den Feindseligkeiten leiden“ Hilfe zu leisten. Zudem rief Hilarion zum Gebet für ein Ende der „militärischen Konfrontation“ zwischen Russland und der Ukraine auf. „In diesen tragischen Tagen sind die Herzen der Gläubigen unserer Kirche, die ihre Herde auf beiden Seiten des Konflikts vorfindet, von Trauer überwältigt.“

Außenamtschef Hilarion antwortete mit seinem Brief auf ein Schreiben von Kardinal Hollerich, das dieser als Vorsitzender der COMECE Anfang März an Patriarch Kyrill I. gesendet hatte. Darin appellierte Hollerich an Patriarch Kyrill, bei der politischen Führung in Moskau auf eine diplomatische Lösung des Konflikts unter „Achtung des internationalen Rechts“ hinzuwirken.  DT/mlu

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