Vatikanstadt

Papst Franziskus erfolgreich am Dickdarm operiert

Der Heilige Vater war am Sonntagnachmittag in das römische Gemelli-Krankenhaus eingeliefert worden. Er habe auf den Routine-Eingriff „gut reagiert“.
Papst Franziskus
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | Die Einlieferung des Heiligen Vaters war bis zum Samstagabend geheim geblieben. Noch am Sonntagmittag hatte Franziskus den Angelus auf den Petersplatz gebetet.

Papst Franziskus hat eine Operation am Dickdarm gut überstanden. Das machte das römische Gemelli-Krankenhaus gestern kurz vor Mitternacht bekannt. Der Pontifex musste gestern Nachmittag wegen einer Darmverengung eingeliefert werden. Der Routineeingriff war laut Vatikan bereits länger geplant. Franziskus wurde am Samstagnachmittag um 15 Uhr in die Poliklinik eingeliefert. Der Papst wurde nur von seinem Fahrer und einem engen Vertrauten begleitet und kam mit leichtem Gepäck. Er trug keine besonderen Erkennungszeichen.

Franziskus mindestens fünf Tage im Krankenhaus

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„Der Papst, der am Nachmittag in der Poliklinik Agostino Gemelli eingeliefert wurde, wurde am Abend wegen einer Divertikel-Stenose des Sigmas planmäßig operiert“, erklärte der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni. „Der Heilige Vater hat auf den Eingriff unter Vollnarkose gut reagiert.“ Die Leitung hatte Professor Sergio Alfieri, der beim Eingriff von drei weiteren Ärzten unterstützt wurde. Drei Anästhesisten überwachten die Vollnarkose, zwei weitere Mediziner begleiteten die Operation. Zusätzlich halten sich Krankenpfleger, ein Sanitäter und Angehörige des Gendarmeriekorps der Vatikanstadt in der Klinik auf.

Papst Franziskus, der im Dezember sein 85. Lebensjahr vollendet, soll zur Genesung mindestens fünf Tage im Gemelli-Krankenhaus bleiben. Das Universitätsklinikum ist Teil der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen. Der Pontifex liegt auf einer Zimmerflucht im zehnten Stock, die den Päpsten vorbehalten ist und über eine eigene Kapelle verfügt. Papst Johannes Paul II. verbrachte hier mehrere Krankenhausaufenthalte, so etwa nach dem Attentat von 1981.

Kardinal Enrico Feroci sagte gegenüber der Tageszeitung Repubblica, er habe mit Angelo De Donatis gesprochen, dem Generalvikar der Diözese Rom. Dieser habe ihm gesagt, dass es dem Papst gut gehe. Laut Repubblica sei der Operationstermin nicht zufällig gewählt worden: in der heißen Jahreszeit gebe es weniger Verpflichtungen und damit mehr Zeit zum Ausruhen für den Pontifex. Der Vatikan hat alle Generalaudienzen bis zum 4. August abgesagt.

Im September nach Ungarn und in die Slowakei

Die Einlieferung des Heiligen Vaters war bis zum Samstagabend geheim geblieben.  Noch am Sonntagmittag hatte Franziskus den Angelus auf den Petersplatz gebetet und angekündigt, im September nach Ungarn und in die Slowakei reisen zu wollen. Es wäre der erste Besuch eines Papstes in der Slowakei nach fast 18 Jahren.

Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Mario Draghi sprachen Franziskus ihre Genesungswünsche aus, ebenso die Italienische Bischofskonferenz: In einem Schreiben, unterzeichnet vom Vorsitzenden Kardinal Gualtiero Bassetti, heißt es, man bete für das Katholikenoberhaupt.  Auch der Kairoer Großimam Ahmad Al-Tayyeb wünschte seinem "lieben Bruder Papst" auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter "rasche Genesung, damit er seinen Einsatz für die Menschheit wieder aufnehmen kann".

Der Papst hatte sich zuletzt im Jahr 2019 einer Operation an den Augen unterziehen müssen, die wegen eines fortgeschrittenen Grauen Stars notwendig wurde. Mit zwölf Jahren wurde dem jungen Jorge Bergoglio ein Teil seines rechten Lungenflügels entfernt.  DT/mga

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