Kiew

Ukrainische orthodoxe Kirche verurteilt Angriff Russlands

Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche der Ukraine verurteilt die russische Militärintervention und bittet die internationale Gemeinschaft um Unterstützung.
Ukraine-Konflikt
Foto: Kay Nietfeld (dpa) | Zahlreiche Menschen demonstrieren vor dem Brandenburger Tor gegen den russischen Angriff auf die Ukraine. Die russischen Truppen haben ihren Angriff auf die Ukraine begonnen.

Die eigenständige orthodoxe Kirche der Ukraine hat die russische Militärintervention in dem Land scharf verurteilt. Ihr Oberhaupt Metropolit Epiphanius sprach am Donnerstag von einem „zynischen Angriff Russlands und Belarus' auf die Ukraine“ und bittet die internationale Gemeinschaft und die religiösen Führer der Welt um Unterstützung für die Ukraine und Russland und Belarus zu zwingen, die Aggression sofort zu beenden. Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats hatte zudem einen Friedensappell an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. 

Die Ukraine vor der Tyrannei schützen

Die Ukrainer seien ein friedliches Volk, aber stark im Geist und im Glauben, so Epiphanius. „Wir glauben, dass die Gewalt und die Waffen, die heute rechtswidrig gegen uns gerichtet werden, sich in Gottes Zorn und Schwert gegen den Angreifer verwandeln werden.“ Man müsse den Feind abwehren und die Ukraine vor der Tyrannei schützen, die der Angreifer bringen wolle. Der Metropolit betonte: „Die Wahrheit ist auf unserer Seite.“ Deshalb werde der Feind mit Gottes Hilfe und mit der Unterstützung der gesamten zivilisierten Welt besiegt werden.

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Zuvor hatte die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats zusammen mit 16 Glaubensgemeinschaften aus dem Islam, dem Judentum und dem Christentum einen Friedensappell an Präsident Putin gerichtet. Die russlandfreundliche Kirche hatte zuvor noch darauf verzichtet, Moskau direkt für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verantwortlich zu machen. 

Putin nennt auch Schutz orthodoxer Christen als Angriffsgrund

Präsident Wladimir Putin hatte in seiner Rede am Montagabend, in der er die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk per Dekret als unabhängige Staaten anerkannt und die Entsendung russischer Truppen ankündigt hatte, auch den Schutz orthodoxer Christen des Moskauer Patriarchats in der Ukraine als Argument für das russische Vorgehen angeführt. Es würden „weiter Gewaltakte“ gegen die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats vorbereitet, warf Putin Kiew vor. Rund 60 Prozent der mehr als 41 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum.  DT/vwe 

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