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Selenskyj setzt auf Hilfe des Vatikans

In einem Telefonat wandte sich der ukrainische Präsident an den Vatikan — mit der Bitte um Unterstützung.
Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf Hilfe des Vatikans
Foto: IMAGO/Kirill Chubotin (www.imago-images.de) | Siet Kriegsbeginn wendet sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj immer wieder mit Bittgesuchen an den Vatikan.

Während Papst Franziskus mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus liegt, telefonierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Wie Selenskyj auf der Plattform X berichtet, hat er dem Heiligen Stuhl hat eine Liste der in russischen Gefängnissen und Lagern festgehaltenen Ukrainer übermittelt. „Wir zählen auf die Unterstützung für ihre Freilassung“, schrieb der Präsident und wünschte dem Papst baldige Genesung. Einem Bericht der katholischen Nachrichtenagentur (KNA) zufolge bestätigte der Vatikan das Telefonat.

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Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland stehen wieder im Raum. Allerdings bleibt fraglich, ob Kreml-Chef Wladimir Putin wirklich zu Friedensverhandlungen bereit ist. Erst in der vergangenen Nacht hat Russland wieder 178 Drohnenangriffe gestartet und zwei ballistische Raketen aus der Region Kursk angegriffen. Zudem stehen Russlands Kriegsziele, die die Ukraine letztlich zu einem Vasallenstaat Russlands machen würden, unverändert im Raum.

Erste Schritte zu einem Frieden

Die italienische Tageszeitung „La Stampa“ schrieb am Samstag: „In Italien mag man bei Wladimir Putin eine Öffnung hin zu einer Waffenruhe sehen. Anderswo ist man vorsichtiger, angesichts der harten Bedingungen, die der russische Präsident stellt (...).“  Putin habe unzählige Male wiederholt, dass er nicht an einer Waffenruhe in der Ukraine interessiert sei, die nicht berücksichtige, was Moskau als die „Ursachen an der Wurzel“ des Konfliktes betrachte. Im Klartext: Es wird so lange Krieg geführt bist Putins Konditionen akzeptiert werden.

Die Ukraine sei bereit, so Selenskyi, erste Schritte zu unternehmen, die zu einem gerechten und dauerhaften Frieden zwischen der Ukraine und Russland führen könnten: ein Gefangenenaustausch und eine bedingungslose 30-tägige Waffenruhe. Und „die Stimme des Heiligen Stuhls ist auf dem Weg zum Frieden von großer Bedeutung“, sagte er.

Der Vatikan, der seit Beginn des Krieges für einen Verhandlungsfrieden eintritt, hatte sich zuletzt durch Vermittlung des päpstlichen Sondergesandten Kardinal Matteo Zuppi erfolgreich für den Austausch von Kriegsgefangenen und für humanitären Hilfe eingesetzt. Außerdem hilft der Vatikan, aus dem Kriegsgebiet verschleppte Kinder wieder mit ihren Familien in Russland und der Ukraine zusammenzuführen.  DT/dsc

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