Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Ukraine-Krieg

Renovabis warnt vor Gewöhnung an Kriegsgeschehen

Man dürfe sich nicht an die Bilder von den Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewöhnen, mahnt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Schwartz. An der Position des Moskauer Patriarchats übt er Kritik.
Butscha: Friedhofsarbeiter tragen die Leiche eines Mannes aus einem Massengrab
Foto: Rodrigo Abd (AP) | Friedhofsarbeiter tragen die Leiche eines Mannes aus einem Massengrab, um sie zur Identifizierung in einer Leichenhalle in Bucha am Stadtrand von Kiew zu bringen.

Sieben Wochen nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine mahnt das katholische Osteuropahilfswerk Renovabis, sich nicht an das Kriegsgeschehen und die Bilder von den Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu gewöhnen. Er sehe in der Berichterstattung und in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion „einen zunehmenden Gewöhnungseffekt an die Nachrichten, die uns aus der Ukraineerreichen“, erklärt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme.

Menschenverachtender und sinnlos-brutaler Krieg

Woche für Woche werde immer deutlicher, welche katastrophalen Folgen der „menschenverachtende und sinnlos-brutale Krieg“ für die Menschen in der Ukraine, für die Flüchtenden, aber auch für die Menschen in anderen Ländern habe. Gerade die kommenden Kartage seien Anlass, bewusst an das Leid der Menschen zu denken, „die direkt oder indirekt Opfer des Krieges gegen die Ukraine sind“.

Lesen Sie auch:

Auch die Positionierung der russisch-orthodoxen Kirche kritisiert Schwarz. die unerschütterliche Treue des Moskauer Patriarchen Kyrill zum Machthaber Wladimir Putin und die Zerstörung der letzten Freiheiten werfe die Beziehungen zu Russland um Jahrzehnte zurück und werde diese „auf lange Zeit sehr belasten“.

Auch in Russland Opfer des Krieges

Gleichzeitig sehe er auch in Russland Opfer des derzeitigen Krieges, betont Schwarz. In diesem Zusammenhang erinnert er an „die Mütter, Frauen und Kinder“, die in Russland um gefallene Soldaten trauerten. „Der russischen Militärführung scheinen die einzelnen Menschen in ihren Reihen völlig egal zu sein. Sie lassen die Leichen der Gefallenen einfach zurück oder verbrennen und verscharren sie an Ort und Stelle, statt sie ihren Angehörigen zur würdevollen Beisetzung zu übergeben.“ Der Großteil der nach Schätzungen weit über 10.000 getöteten russischen Soldaten, so Schwarz, seien sehr junge Männer.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Angriffskriege Russlands Krieg gegen die Ukraine Menschenrechtsverbrechen Renovabis Russisch-Orthodoxe Kirche Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Kein Eklat wie im Vorjahr, dafür klare Linien: Europa signalisiert Eigenverantwortung, US-Außenminister Marco Rubio warnt vor Masseneinwanderung. Christliche Themen kamen zu kurz.
16.02.2026, 15 Uhr
Carsten Beck
Podcasts befeuern die Debatte zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – und kommen zu informativen wie abstrusen Schlussfolgerungen.
30.05.2026, 11 Uhr
Marc Stegherr
Aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen hat das russische Regime – trotz vereinbarter Waffenruhe – seinen „Tag des Sieges“ abgespeckt.
09.05.2026, 11 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Christus sendet nicht nur die Apostel aus, sondern beruft alle Getauften zu seinem priesterlichen, königlichen und prophetischen Amt – ausgedrückt in der Mitfeier der Messe.
13.06.2026, 21 Uhr
Manfred Hauke
Dritter Teil der Reihe zu den Leo-Päpsten: Die Amtszeit Leos III. steht für die „Translatio Imperii“– für die Übertragung der römischen Kaiserwürde an die Franken.
14.06.2026, 15 Uhr
Dirk Weisbrod
Eine Carbonara zu Füßen von Giordano Bruno regt dazu an, auch moderne Häresien in den Blick zu nehmen.
14.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Die US-Bischöfe weihten die USA dem Heiligsten Herzen Jesu und riefen dazu auf, die eigene Identität nicht aus Erfolg und Leistung, sondern aus Gottes Liebe zu empfangen.
12.06.2026, 14 Uhr
Meldung