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„Kreuzweg des ukrainischen Volkes“ dauert an

Katholische Bischöfe sprechen von Völkermord. Russische Soldaten plünderten Priesterseminar in Kiew.
Die russische Armee bomardiert und zerschießt nicht nur Kirchen
Foto: IMAGO/Mikhail Tereshchenko (www.imago-images.de) | Die russische Armee bomardiert und zerschießt nicht nur Kirchen, sondern plünderte nun auch das römisch-katholische Priesterseminar von Kiew-Schytomyr.

Von „Spuren des Völkermords, die bezeugen, wer die Täter dieses Krieges wirklich sind“, sprechen die römisch-katholischen Bischöfe der Ukraine am Beginn der Karwoche. In einer gemeinsamen Stellungnahme bitten sie alle, „die noch an Russland glauben, zur Vernunft zu kommen und diesen Krieg zu verurteilen“. Sich vom Bösen abzuwenden sei der einzige Weg zur Erlösung.

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Appell an die russische Gesellschaft

An die russische Gesellschaft appellieren die katholischen Bischöfe des lateinischen Ritus der Ukraine: „Lass das Böse nicht zu deiner Gottheit werden!“ Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Obwohl der Kreuzweg des ukrainischen Volkes seit mehreren Wochen, in manchen Regionen (gemeint sind Donezk und Luhansk, Anm.) seit acht Jahren andauert, und vielerorts ein echtes Golgotha stattfindet, blicken wir voll Siegeshoffnung in die Zukunft.“ Neuerlich sprechen die Bischöfe eine Einladung an Papst Franziskus aus, in die Ukraine zu kommen.

Soldaten hinterlassen verwüstetes Seminar

Wie am Sonntag bekannt wurde, ist das römisch-katholische Priesterseminar von Kiew-Schytomyr von russischen Soldaten geplündert worden. Fotos zeigen ein Bild der Verwüstung; entwendet wurde alles, was zu Geld zu machen ist, darunter Waschmaschinen, Computer und Küchengeräte. Gestohlen wurde nach Angaben der Diözese auch ein Kelch, der an die Messe erinnert, die Papst Johannes Paul II. bei seiner Ukraine-Reise 2001 feierte. Der Bischof von Kiew-Schytomyr, Vitalij Kryvytskyj, bezeichnete die Täter als „Barbaren“. DT/sba

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