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Priester und Nonnen wollen trotz Offensive in Gaza bleiben

Flucht wäre ein „Todesurteil“, heißt es aus dem lateinischen und griechisch-orthodoxen Patriarchat. Auch Kardinalstaatssekretär Parolin und die Caritas melden sich zu Wort.
Pizzaballa und Theophilos III besuchen Gaza
Foto: IMAGO/Hamza Z. H. Qraiqea (www.imago-images.de) | Nah dran: der lateinische und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Theophilos III, bei einem Besuch auf dem Gelände der Pfarrei zur Heiligen Familie in Gaza im Juli.

Trotz israelischer Evakuierungsaufrufe anlässlich der anstehenden Offensive der israelischen Armee in Gaza wollen die Geistlichen der katholischen und griechisch-orthodoxen Pfarreien sowie die Ordensschwestern der Missionarinnen der Nächstenliebe, die sich noch in Gaza-Stadt aufhalten, vor Ort bleiben. Dies geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des griechisch-orthodoxen und des lateinischen Patriarchats von Jerusalem vom heutigen Dienstag hervor. Zur Begründung heißt es, seit Ausbruch des Krieges seien die beiden Pfarreien Sankt Porphyrius (orthodox) und Heilige Familie (katholisch) zur Zufluchtsstätte Hunderter Zivilisten geworden, darunter Alte, Frauen, Kinder und Behinderte, von denen viele geschwächt und unterernährt seien. „Gaza-Stadt zu verlassen und nach Süden zu fliehen, wäre nichts Geringeres als ein Todesurteil“, heißt es in dem Statement.

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Man wisse nun nicht, was genau passieren werde, könne aber nur wiederholen, dass es keine Zukunft auf der Basis von Gefangenschaft, der Vertreibung von Palästinensern oder Rache gebe. Es gebe keinen Grund, die mutwillige und gewaltsame Vertreibung von Zivilisten zu rechtfertigen. Mit „gleicher Dringlichkeit“ appelliere man an die internationale Gemeinschaft, sich für ein Ende dieses „sinnlosen und zerstörerischen Kriegs“ und für „die Rückgabe der Vermissten und der israelischen Geiseln“ einzusetzen.

Parolin: „sinnloses Vorgehen“

Auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat sich besorgt zur Lage in Gaza geäußert. Zu einem Angriff auf ein Krankenhaus in Khan Younis, bei dem nach palästinensischen Angaben 20 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, darunter auch fünf Journalisten, sprach Parolin von einem „sinnlosen Vorgehen“, wie „Vatican News“ am Dienstag berichtete. Parolin beklagte demzufolge, dass die humanitäre Situation immer prekärer werde und es keine Anzeichen für eine Lösung gebe. Die israelische Armee hat indessen eine Untersuchung des Angriffs angekündigt. Man ziele nicht absichtlich auf Journalisten.

Wesentlich drastischere Worte wählte die internationale Dachorganisation der nationalen Caritasverbände, Caritas Internationalis. Der Verband, der von dem Erzbischof von Tokio, Tarcisio Isao Kardinal Kikuchi SVD, geleitet wird, sprach in einem auf seiner Website veröffentlichten Statement von einer „systematischen Zerstörung zivilen Lebens“. Die Belagerung Gazas sei „kein Krieg“, sondern eine „Maschinerie der Vernichtung“, die auch durch die Komplizenschaft mächtiger Nationen ermöglicht werde. Die Hungersnot sei „Ergebnis einer bewussten Strategie“ der „Blockade von Hilfslieferungen, der Bombardierung von Lebensmittelkonvois, Zerstörung der Infrastruktur und Verweigerung der Grundversorgung“, so die Organisation. In einer Liste von Forderungen zählt die Organisation neben einem Waffenstillstand und der Entsendung einer UN-Friedensmission auch die Freilassung aller Geiseln auf. Israels widerrechtliche Präsenz auf besetztem palästinensischem Gebiet müsse enden. Gaza warte nun „nicht auf Worte, sondern auf Erlösung“. Die Terrororganisation Hamas wird nicht erwähnt. (DT/jra)

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