Nach Entlassung aus Priesterstand

Pavone sieht sich weiter in der Opferrolle

Das kirchenrechtliche Verfahren gegen ihn sei eine „einseitige Geschichte“ gewesen, so der aus dem Priesterstand entlassene Lebensrechts-Aktivist. Den Papst kritisiert er explizit.
Frank Pavone, Pfister und Lebensrechts-Aktivist
Foto: Paul Hennessy via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

Der aus dem Priesterstand entlassene Lebensrechts-Aktivist Frank Pavone sieht sich nach dem folgenschweren Vorgehen des Vatikans in der Opferrolle und will weiter kämpfen. Das kirchenrechtliche Verfahren gegen ihn sei eine „einseitige Geschichte“ gewesen, behauptete der Vorsitzende der „Priests for Life“ in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Sender „CBN“. In Bezug auf den Vatikan sagte er: „Sie hören nicht zu. Sie schenken unseren Bedenken kein Gehör. Es ist ein einseitiger Versuch, unserem Tun einen Riegel vorzuschieben.“

"Der nächste Papst kann mich wieder einsetzen"

Ausdrückliche Kritik übte Pavone, der von seiner Entlassung aus dem Priesterstand erst am vergangenen Wochenende durch die mediale Berichterstattung erfahren haben will, an Papst Franziskus. Dieser habe das Urteil abgesegnet, obwohl man ihm geraten habe, eine „friedlichere Lösung“ zu finden und Pavone unter die Amtsgewalt eines anderen Bischofs zu stellen, der seine Arbeit unterstütze.

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Die Entscheidung des Vatikans werde ihn jedoch nicht davon abhalten, seine Arbeit für den Lebensschutz fortzusetzen, betonte Pavone. „Wenn der Papst mir eine Tür vor der Nase zuschlägt, werde ich nicht weglaufen. Ich werde direkt auf der anderen Seite dieser Tür stehenbleiben und anklopfen. Ich werde ihn fragen, diese Tür wieder zu öffnen.“ Es werde auch einen nächsten Papst geben, so der 63-Jährige, „und der nächste Papst kann mich wieder einsetzen“.

Wunsch nach Versetzung nicht erfüllt

Am Wochenende war ein Schreiben des Apostolischen Nuntius in den USA, Christophe Pierre, bekannt geworden, in dem dieser die US-Bischöfe über die Entscheidung des Vatikans informierte, Pavone aus dem Priesterstand zu entlassen. Die Maßnahme sei demnach bereits im November getroffen worden. Pavone habe eine „blasphemische Kommunikation in den Sozialen Medien“ betrieben und sich des „anhaltenden Ungehorsams“ gegenüber seinem Bischof schuldig gemacht. Gegen das Urteil könne keine Berufung eingelegt werden.

Pavone, der zuletzt in der texanischen Diözese Amarillo beheimatet war, war immer wieder mit seinem Vorgesetzten, Bischof Patrick Zurek in Konflikt geraten. Als Hauptgrund gilt Pavones vehemente Unterstützung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und eine Reihe von Posts in den Sozialen Medien, in denen er sich abfällig über demokratische Politiker äußert. 2019 habe er den Vatikan darum gebeten, so Pavone in seinem jüngsten Interview mit CBN, in ein anderes Bistum versetzt zu werden, um unter einem Bischof wirken zu können, der seine Arbeit unterstütze. Eine Sprecherin der „Priests for Life“ bestätigte jüngst jedoch gegenüber der „Catholic News Agency“, dass Pavone noch immer in der Diözese Amarillo inkarniert sei.  DT/mlu

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