Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Venezolanische Politikerin

Papst empfängt venezolanische Oppositionelle Machado

Erster offizieller Besuch seit dem Friedensnobelpreis: Nach der Audienz bei Leo XIV. reist María Corina Machado weiter zu Donald Trump nach Washington.
Papst Leo, Oppositionspolitikerin Machado
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | Erst Leo, dann Trump: Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado hofft darauf, künftig eine größere Rolle in Venezuela spielen zu dürfen.

Papst Leo XIV. hat am Montag, 12. Januar 2026, die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado im Vatikan zu einer Privataudienz empfangen. Der zuvor nicht angekündigte Termin erschien erst später im täglichen Bulletin des Heiligen Stuhls; über Inhalt und Verlauf des Gesprächs wurden keine Angaben gemacht. Es handelt sich um Machados ersten offiziellen Besuch seit der Verleihung des Friedensnobelpreises 2025. Im Dezember war sie nach elf Monaten im Untergrund erstmals wieder öffentlich aufgetreten, um in Norwegen den Preis entgegenzunehmen.

Lesen Sie auch:

Machado befindet sich derzeit auf Europareise. Noch in dieser Woche soll sie in Washington US-Präsident Donald Trump treffen, der ein solches Gespräch für „Dienstag oder Mittwoch“ in Aussicht gestellt hatte. Machado lobte Trump für dessen Eingreifen in Venezuela, während der US-Präsident zugleich Zweifel an ihrer Rolle als mögliche Nachfolgerin Nicolás Maduros zum jetzigen Zeitpunkt erkennen ließ.

Die Audienz im Vatikan steht vor dem Hintergrund deutlich verschärfter Spannungen rund um Venezuela. Die „Washington Post“ berichtete unlängst, der Vatikan habe im Vorfeld der US-Intervention versucht, Maduro ein Exil in Russland zu vermitteln. Nach der US-Intervention und der Festnahme Maduros vor gut einer Woche hatte Papst Leo zur Achtung der venezolanischen Souveränität, zum Schutz der Bevölkerung sowie zur Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte aufgerufen und erklärt, er verfolge die Entwicklungen mit „tiefer Besorgnis“.

Machado erklärte derweil auf X, die Freilassung aller politischen Gefangenen sei ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zur Demokratisierung Venezuelas. Bereits am 8. Januar hatte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez die Freilassung einer „beträchtlichen Anzahl“ venezolanischer und ausländischer Häftlinge – darunter politischer Gefangener – als „Geste des Friedens“ angekündigt, ohne nähere Details zu nennen. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Foro Penal wurden bis 12. Januar 41 politische Gefangene freigelassen; die Regierung spricht von 116 Fällen. In den Gefängnissen sollen weiterhin mehr als 800 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert sein.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
José García Donald Trump Friedensnobelpreisträger Leo XIV. Nicolás Maduro Päpste

Weitere Artikel

Friedensnobelpreisträgerin Machado warnt in Oslo vor einem „Krieg des Maduro-Regimes gegen sein Volk“ und betont die Dringlichkeit eines demokratischen Übergangs.
11.12.2025, 18 Uhr
José García
Ein nächtlicher Zugriff der US-Spezialeinheiten führt zur Festnahme Nicolás Maduros. Ein „US-Team“ soll nach Trumps Willen die Macht in Venezuela übergangsweise übernehmen.
03.01.2026, 19 Uhr
José García
Während Donald Trump über Maduros „gezählte Tage“ spricht, vertieft Russland seine Allianz mit Caracas. Die Europäische Union setzt indes auf Zurückhaltung.
14.11.2025, 13 Uhr
José García

Kirche

Vor dem Landgericht München II müssen sich zwei Angeklagte wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten. Der ehemalige Bischof Gregor Hanke sagt als Zeuge aus.
11.02.2026, 11 Uhr
Meldung
Die katholische Kirche in Venezuela dringt auf einen demokratischen Neubeginn. Die Erträge der Ölindustrie müssten dem Gemeinwohl dienen – nicht parteipolitischen Interessen.
10.02.2026, 16 Uhr
José García
Bei der Synodalversammlung blieben die potenziellen Bätzing-Nachfolger weitgehend zurückhaltend. Ein Spiegelbild synodaler Ermüdung – und strategischer Zurückhaltung?
10.02.2026, 06 Uhr
Dorothea Schmidt