Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Terroranschlägen in Nigeria

Gemischte Reaktionen auf Anschläge gegen Christen

Der „Missio Österreich“-Nationaldirektor P. Karl Wallner fordert einen weltweiten Gebetstag. Auch die UN melden sich zu Wort.
Ein Mann inspiziert ein nach den Terroranschlägen ausgebranntes Haus.
Foto: - (AP) | Ein Mann inspiziert ein nach den Terroranschlägen ausgebranntes Haus. Pater Karl Wallner fordert mehr Aufmerksamkeit für das Leid verfolgter Christen.

Nach den Anschlägen in Nigeria, denen über 200 Christen zum Opfer fielen, fordert der Nationaldirektor des Hilfswerks „Missio“, Pater Karl Wallner, „mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit für das Leid der weltweit 360 Millionen Christen“. Wallner verurteilte die Angriffe auf 26 christliche Gemeinden über die Weihnachtsfeiertage. „Ich bin zutiefst erschüttert“, so Wallner in einer Pressmitteilung von „Missio“. Nicht einmal zu Weihnachten könne die verfolgte Christenheit in Nigeria ihren Glauben frei Leben. Wallner betonte: „Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht“.

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Wallner fordert einen weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen, um mehr Aufmerksamkeit auf die Not „unserer verfolgten Schwestern und Brüdern, die wegen ihres christlichen Glaubens unterdrückt, verfolgt und sogar ermordet werden“. In dem Zusammenhang lobt Wallner auch die Initiative „Red Wednesday“ vom kirchlichen Hilfswerk „Kirche in Not“, bei dem öffentliche Gebäude rot angestrahlt werden, um auf das Leid verfolgter Christen hinzuweisen.

UN-Kommissar ermahnt nigerianische Politiker

Erzbischof Ignatius Kaigama aus Nigerias Hauptstadt Abuja, zeigte sich schockiert über das Massaker und machte die wirtschaftliche Krise und die schlechte Regierungsführung für die andauernde politisch-religiös motivierte Gewalt verantwortlich. Kaigama war zwischen 2000 und 2019 Erzbischof von Jos im jetzt betroffenen Bundesstaat Plateau.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, appellierte an die Politik: „Ich fordere die nigerianischen Behörden auf, diesen Vorfall unverzüglich, gründlich und unabhängig zu untersuchen“, erklärte Türk in Genf. Die Täter müssten in fairen Verfahren zur Verantwortung gezogen und der Kreislauf aus Straflosigkeit und neuer Gewalt dringend durchbrochen werden. Zudem müsse Nigerias Regierung die Ursachen des dahinter liegenden Konflikts angehen. Auf den christlichen Hintergrund der Opfer ging Türk nicht ein.

Das katholische Hilfswerk „missio“ mit Sitz in Aachen erklärte: „Wir sind in Gebet und Solidarität mit den Angehörigen der Opfer, unseren Partnern und Glaubensgeschwistern in Nigeria verbunden“, sagte der Präsident von «missio», Dirk Bingener. „Seit Jahren kommt es immer wieder zu solchen Gewalttaten. Insbesondere an den Weihnachtsfeiertagen hätte es von Seiten der nigerianischen Sicherheitsbehörden eines wirksamen Schutzes bedurft“, kritisierte der Pfarrer. DT/sdu/chp

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