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Nach Missbrauchs-Doku: Verhüllung von Papstdenkmal in Polen

In Polen sorgt ein Dokumentarfilm über den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Priester für große Aufmerksamkeit. Ein Denkmal, das einen im Film beschuldigten Priester zusammen mit Papst Johannes Paul II. zeigt, ist als Reaktion verhüllt worden.
Basilika im wespolnischen Lichen
Foto: fotolia.de | Das Denkmal im Wallfahrtsort Lichen zeigt den heiligen Papst Johannes Paul II. beim Empfang eines Modells der dortigen Basilika von einem knienden Priester.

Aufgrund eines Dokumentarfilms, der den sexuellen Missbrauch durch Geistliche in Polen dokumentiert, hat die Kirche in Polen ein Papstdenkmal verhüllen lassen. Das Denkmal im Wallfahrtsort Lichen zeigt den heiligen Papst Johannes Paul II. beim Empfang eines Modells der dortigen Basilika von einem knienden Priester. Jener Priester wird in dem Film des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die zuständige polnische Provinz des Männerordens der Marianer von der unbefleckten Empfängnis teilte jüngst über den Kurzmitteilungsdienst „Twitter“, dass in naher Zukunft über das Schicksal das Denkmals entschieden werde.

Knapp 17 Millionen Aufrufe hat der Film bereits bei "Youtube"

Der zusammen mit Johannes Paul II, dargestellte Priester, Pfarrer Eugeniusz Makulski, darf aufgrund seiner Übergriffe keine pastorale Tätigkeit mehr ausüben. Dies hatte der Orden bereits am Sonntag erklärt. Der 91-Jährige hatte die Errichtung des bedeutenden Mariensanktums in Lichen initiiert. Seit 20 Jahren steht das Denkmal vor der Basilika.

Der am Samstag auf der Online-Videoplattform „Youtube“ veröffentlichte Dokumentarfilm „Nur sag es niemandem“ stieß bisher auf großes Interesse. Bis Donnerstagvormittag wurde der zweistündige Film des unabhängigen Journalisten Tomasz Sekielski knapp 17 Millionen Mal aufgerufen. Mehrere Opfer von Missbrauch konfrontieren in dem Film ihre einstigen Peiniger.

In Polen hat sich der Film bereits zu einem Politikum entwickelt

In Polen hat sich der Film bereits zu einem Politikum entwickelt. Anders als bei den Machern des Spielfilms „Klerus“ kann man den Filmern nicht vorwerfen, mit Plattitüden Kirchenhass zu schüren. Die rechtskonservative polnische Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) leitete bereits härtere Strafen für Sexualverbrechen in die Wege. Der PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczynski forderte, wer Minderjährige sexuelle missbrauche, müsse „besonders hart bestraft“ werden. So soll künftig die Vergewaltigung eines Kindes mit bis zu 30 Jahren Haft bestraft werden. Das kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki auf einer Pressekonferenz in Warschau an. Die Höchststrafe lag bisher bei 25 Jahren.

Staatspräsident Andrzej Duda verlangte mit Blick auf den Dokumentarfilm „null Toleranz“ für Kindesmissbrauch. „Wir müssen rücksichtslos und überall gegen Pädophilie kämpfen“, schrieb er auf Twitter. Die Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) brachte ins Parlament einen Gesetzentwurf ein, mit dem sie die Verjährung von Sexualverbrechen an Kindern abschaffen will. Die katholische Polnische Bischofskonferenz entschuldigte sich unmittelbar nach Veröffentlichung des Films in einer schriftlichen Stellungnahme bei allen Opfern.

DT/mlu/KNA

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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Maximilian Lutz Jarosław Kaczyński Johannes Paul II. Kindesmissbrauch Pfarrer und Pastoren Päpste

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