Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Hunderte Tote und Verletzte

Nach Hamas-Angriff: Solidarität mit Israel

Die palästinensische Terrororganisation Hamas feuert Tausende Raketen auf den Gazastreifen. Internationale Stimmen verurteilen die Angriffe.
Islamistische Hamas greift Israel an
Foto: IMAGO/Mahmoud Ajjour (www.imago-images.de) | Seit Samstagmorgen greift die islamistische Hamas Israel mit Tausenden Raketen an. Israels Premierminister Netanjahu erklärte, man befinde sich "im Krieg".

Menschenrechtsorganisationen und Politiker haben den am Samstagmorgen begonnenen Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel verurteilt. Dieser stelle „eine weitere Eskalation dieses seit Jahrzehnten andauernden Konflikts“ dar, erklärte die Deutsche Kommission Justitia et Pax im Rahmen ihrer Herbstsitzung in Berlin.

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Die Gewaltspirale der letzten Wochen habe eine neue „traurige Qualität“ erreicht. „Wir verurteilen auf Schärfste das Vorgehen der Hamas. Es trifft Unschuldige, verbreitet Angst und Schrecken und stellt die Existenz Israels in Frage“, so der Vorsitzende der katholische Friedensorganisation, der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.

100 Tote, 900 Verletzte

Die „komplexe Konfliktkonstellation“ zwischen Israel und Palästina sei mit dem gewaltsamen Vorgehen der Hamas nicht zu lösen. Stattdessen gewinne die Gewalt weiteren Raum und untergrabe die Perspektiven auf Frieden. „Solidarität, Gedanken und Gebete“ seien mit all denen, „die unter diesen Akten der Gewalt leiden und denen die trotzdem an der Hoffnung eines friedlichen Zusammenlebens von Israelis und Palästinensern festhalten“.

Bei dem Großangriff der radikal-islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel sind nach Angaben israelischer Medien unter Berufung auf medizinische Kreise Stand Samstagnachmittag mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen. 900 weitere seien verletzt worden. Mit dem Angriff der Hamas, die im Laufe des Samstags mehrere Tausend Raketen abfeuerte, war in Israel nicht gerechnet worden. Neben dem Raketenbeschuss gelangten drangen zahlreiche bewaffnete palästinensische Kämpfer auch über Land, Wasser und Luft auf israelisches Staatsgebiet. Berichten zufolge kam es auch zu mehreren Geiselnahmen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in einer Videobotschaft aus dem Militärhauptquartier in Tel Aviv, man befinde sich im Krieg. Zudem rief Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, den nationalen Notstand aus. Experten rechnen mit wochenlangen Kriegshandlungen. 

Fest an der Seite Israels

Auch hochrangige westliche Politiker verurteilten das Vorgehen der Hamas und bekundeten ihre Solidarität mit Israel. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von „erschreckenden Nachrichten“ aus Israel. Auf dem Kurzmitteilungsdienst „X“ (vormals Twitter) schrieb er: „Der Raketenbeschuss aus Gaza und die eskalierende Gewalt erschüttern uns zutiefst. Deutschland verurteilt diese Angriffe der Hamas und steht an Israels Seite.“ Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Adrienne Watson, erklärte ebenfalls auf „X“: „Die USA verurteilen unmissverständlich die unprovozierten Angriffe von Terroristen der Hamas auf israelische Zivilisten.“ Es gebe nie eine Rechtfertigung für Terrorismus. Man stehe „fest an der Seite der Regierung und des israelischen Volkes.“

Ebenso sicherten die EU sowie die Vereinten Nationen (UN) Israel ihre Solidarität zu. Der UN-Sonderkoordinator für den Nahostfriedensprozess, Tor Wennesland, sprach auf der Plattform „X“ von eine „Mehrfrontenangriff“ auf Israel. „Diese Ereignisse haben zu schrecklichen Gewaltszenen und zahlreichen israelischen Todesopfern und Verletzten geführt, von denen viele vermutlich innerhalb des Streifens entführt wurden.“ Wennesland fordert ein sofortiges Ende der Gewalt auf Zivilisten. Ähnlich äußerte sich der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk. Gleichzeitig rief er Israel dazu auf, bei seinen Vergeltungsschlägen in Gaza „alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um zivile Opfer zu vermeiden“.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Vorgehen der Hamas auf „X“ als „Terrorismus in seiner verabscheuungswürdigsten Form“. Israel habe das Recht, sich dagegen zu verteidigen. Solidarität mit Israel äußerten auch EU-Außenbeauftragter Josep Borrell und EU-Ratspräsident Charles Michel. Die „wahllosen Angriffe der Hamas“ untergrüben die palästinensischen Interessen, so Borrell auf "X".  DT/mlu

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