Straßburg

Leihmutterschaft verletzt die Menschenwürde

Das Europäische Parlament verurteilt Leihmutterschaft als sexuelle Ausbeutung.
Leihmutterschaft
Foto: dpa | Leihmutterschaft habe schwerwiegende Auswirkungen auf Frauen, ihre Rechte und ihre Gesundheit, aber auch negative Folgen für die Gleichstellung der Geschlechter.

Angesichts des Kriegs in der Ukraine hat das Europäische Parlament die Praxis der Leihmutterschaft als inakzeptable „sexuelle Ausbeutung“ und „Verletzung der Menschenwürde und der Menschenrechte“ verurteilt. Dadurch würden Frauen – insbesondere ärmere Frauen sowie Frauen in einer von Unsicherheit und Krieg geprägten Lage – dem Risiko der Ausbeutung ausgesetzt, heißt es in einer Entschließung des Europäischen Parlaments.

Mehr als 2.000 ukrainische Babys jährlich von Leihmüttern geboren

Nach ukrainischem Recht ist Leihmutterschaft nicht nur zulässig. Rund ein Viertel des weltweiten kommerziellen Leihmutterschaftsmarktes entfällt auf die Ukraine, wo mehr als 2.000 Babys jedes Jahr von Leihmüttern geboren werden. Diese hätten nun aufgrund des Krieges „große Schwierigkeiten, ihre Schwangerschaft unter Bedingungen fortzusetzen, die ihrem Wohlbefinden zuträglich sind, sowie Zugang zu medizinischer Versorgung während der Schwangerschaft, der Entbindung und des Wochenbetts zu erhalten“, heißt es in dem Text des Europaparlaments.

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Leihmutterschaft habe schwerwiegende Auswirkungen auf Frauen, ihre Rechte und ihre Gesundheit, aber auch negative Folgen für die Gleichstellung der Geschlechter. Das Europäische Parlament fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, „die Ausmaße dieser Industrie, den sozioökonomischen Kontext und die Situation der schwangeren Frauen sowie die Folgen für ihre körperliche und geistige Gesundheit und für das Wohlbefinden der Babys zu untersuchen“. Es brauche „verbindliche Maßnahmen, um Lösungen für die Leihmutterschaft zu finden und die Rechte der Frauen und Neugeborenen zu schützen“.  DT/sba

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