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Kommentar um "5 vor 12": Konterrevolution der Lebensschützer

Die Vehemenz, mit der sich die progressive Linke gegen den historischen Wandel stellt, erscheint dabei paradoxerweise „ewiggestrig“. Es schlägt die Stunde der Konterrevolutionäre auf der Seite des Lebensschutzes.
Abtreibungsrecht in Polen
Foto: Piotr Nowak (PAP) | Parlamentsmitglieder halten bei einer Sitzung im Sejm Schilder mit der Aufschrift «#legalnaaborcja» (Legale Abtreibung) hoch.

„Das ist Krieg.“ Die Ansage der Linken im polnischen Sejm war deutlich. Der stellvertretende Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski antwortete: „Verteidigen wir Polen.“ Nur so sei der Krieg zu gewinnen. Der Pressesprecher der polnischen Bischofskonferenz, Leszek Gesiak, sprach von einem „politischen Krieg“, den die Kirche nicht ausgelöst habe. Angesichts tausender Demonstranten, die gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbotes protestieren, erscheint die Benennung als „Kulturkampf“ noch zu zahm.

Übergriffe auf Kirchen befürchtet

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Bislang waren Abtreibungen vom Verbot ausgenommen, wenn ein Fötus schwere Missbildungen aufwies oder als unheilbar krank galt. Das polnische Verfassungsgericht hatte eine solche Ausnahme vor einer Woche als verfassungswidrig eingestuft. Die offizielle Abtreibungsstatistik in Polen weist als Hauptgrund solche Fälle aus, insbesondere das Downsyndrom. Mittlerweile rufen feministische Aktivisten zu Streiks auf, die Polizei befürchtete Übergriffe auf Kirchen und bewachte diese am Wochenende.

Zur selben Zeit wählt der US-Senat die Katholikin und siebenmalige Mutter Amy Coney Barrett zur Richterin am Supreme Court. Die einstige Aufforderung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, man solle ihm eine perfekt ausgebildete Frau zeigen, die sich dafür entscheide, acht oder neun Kinder zu bekommen – hat ihre vollumfängliche Antwort erhalten. Die Demokraten, früher Anwälte der katholischen Minderheit, feuerten mitsamt der ihnen verbündeten Medien anti-katholische Salven. 

"Gesellschaftlicher Fortschritt" ist nicht unumkehrbar

Die Vehemenz, mit der sich die progressive Linke gegen den historischen Wandel stellt, erscheint dabei paradoxerweise „ewiggestrig“. Es ist ein verzweifeltes Aufbegehren, das aus der brechenden Gewissheit resultiert, dass „gesellschaftlicher Fortschritt“ unumkehrbar ist. Nach der Nicht-verfolgung von Abtreibungen sollte die Legalisierung, zuletzt die Anerkennung als Menschenrecht folgen. Doch Uhren können offensichtlich nicht nur in der Winterzeit zurückgestellt werden. Es schlägt die Stunde der Konterrevolutionäre auf der Seite des Lebensschutzes. 

Weitere Hintergründe zu den Ausschreitungen in Polen rund um die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu Abtreibung erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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Marco Gallina Deutsche Bischofskonferenz Emmanuel Macron Jarosław Kaczyński Katholikinnen und Katholiken Katholizismus Menschenrechte

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