Brotberuf und Berufung liegen bei Rechtsanwalt Thommy Schott nicht weit auseinander. Seine Kanzlei in der Kölner Innenstadt ist zugleich Sitz des derzeit in Gründung befindlichen Vereins Pro Fide Ecclesiae. Seit 2019 beschäftigt die Reformdebatte der Kirche in Deutschland den Familienvater von fünf Kindern.
„Wie ein Stachel im Fleisch eines einfachen katholischen Laien“ habe er den Synodalen Weg erlebt. Die Forderungen der synodalen Mehrheit sind in seinen Augen nicht „anders katholisch“, sondern schlicht protestantisch. Schotts schriftliche Anfragen an das Zentralkomitee der deutschen Katholiken wurden nie beantwortet. Bald stellte er fest, dass es anderen Gläubigen in seinem Umfeld ebenso erging. Nach Feierabend schrieb er sich die Last von der Seele. Freunde und Bekannte rieten ihm, aus seinen Skizzen ein Buch zu machen.
Doch bis es so weit war, verlor die Familie bei der Ahrtalflut im Juli 2021 fast ihren gesamten Besitz. Mit glänzenden Augen erinnert sich Schott an den Moment, als er den unversehrten USB-Stick mit dem Buchmanuskript aus seinem verschlammten Auto rettete. Das musste ein Zeichen sein. 2022 erschien „Einspruch, Exzellenzen“ im fe-medienverlag.
Schott war es nicht genug
Doch Schott war das nicht genug. Der Mann, der von sich sagt, von ihm werde man nie ein Betroffenengesicht bekommen, will anpacken. Mitstreiter waren bald gefunden: Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ermutigte ihn. Nachdem sich der ursprüngliche Gedanke an einen Zusammenschluss mit dem „Neuen Anfang“ zerschlagen hatte, hat Schott nun „Pro fide ecclesiae“ im Sinne des Dekretes für das Laienapostolat von 1965 gegründet: Mehr als 600 Mitglieder sind binnen 10 Tagen eingetreten und wollen missionieren, den Glauben stärken und der Einheit der Kirche dienen.
Auf der Gründungsversammlung am 12. Juli sei ein ganzes Maßnahmenbündel besprochen worden: Gebet, Pilgerfahrten und Publikationen sind ebenso geplant wie unprätentiöse Weckrufe. Schott kann sich eine Menschenkette um das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn herum vorstellen und möchte Demonstrationen anmelden. Man wolle das ZdK auf seine fehlende Vollmacht hinweisen, als Stimme aller katholischen Laien in Deutschland zu agieren. Kennzeichen der Initiative sei, dass sie von Laien mit „einem ganz säkularen Werkzeugkasten“ getragen wird, obwohl sie auch Geistliche als Mitglieder gewonnen haben, bekräftigt Schott.
Auf der Homepage www.profideecclesiae.org wird Papst Leo in einem offenen Brief dazu aufgerufen, der geplanten Synodalkonferenz die kirchenrechtliche Zustimmung zu verweigern. Immerhin hat er bereits die öffentliche Unterstützung eines Hirten: Der Schweizer Weihbischof Marian Eleganti OSB ist Gründungsmitglied und hat den Brief unterzeichnet.
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