Nizza

„In Nizza wurde die gesamte christliche Welt attackiert“

Der Anschlag von Nizza hat die französische Politik aufgewühlt, die das Attentat scharf verurteilt. Staatspräsident Macron verspricht größeren Schutz für Katholiken.
Messerattacke in Nizza
Foto: Eric Gaillard (Pool Reuters/AP) | Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, spricht nach einer Messerattacke in der Kirche Notre-Dame in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza mit Polizeibeamten.

„Frankreich wurde angegriffen.“ Staatspräsident Emmanuel Macron hat die Attacke auf die Basilika Notre-Dame de l’Assomption in Nizza, bei der drei Menschen starben, als Attacke auf die Werte des Landes stilisiert. „Wenn wir für etwas angegriffen werden […] dann für unsere Werte, für unsere Freude an der Freiheit, für die Möglichkeit, frei zu glauben […].“ Nach der Ermordung des Priesters Jacques Hamel im Jahr 2016 sei dies „ein weiteres Mal, dass Katholiken angegriffen und bedroht“ wurden. Macron kündigte den Katholiken die „Unterstützung der ganzen Nation, in Frankreich und woanders“ an. Konkret beabsichtigte er größeren Schutz für Kirchen und katholische Bildungseinrichtungen.

Nicht mehr mit den Gesetzen des Friedens begnügen

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Christian Estrosi, der Bürgermeister von Nizza, schrieb auf Twitter: „In Nizza wurde die gesamte christliche Welt attackiert. Meine Gedanken gehen an alle Christen in Frankreich und auf der Welt.“ Estrosi, der unter Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy Ministerämter bekleidete, fügte auf Facebook hinzu, er sei „aufgebracht“ angesichts der drei Opfer in der Basilika. „Nizza hat einen zu hohen Preis gezahlt, wie unser ganzes Land seit Jahren […] Dreizehn Tage nach [der Ermordung von] Samuel Paty kann sich unser Land nicht mehr mit den Gesetzen des Friedens begnügen, um den Islamofaschismus zu vernichten.“

Éric Chiotti, der als Abgeordneter die Region Alpes-Maritimes vertritt, in der Nizza liegt, sagte: „Zum ersten Mal seit der deutschen Besatzung ist unser Land nicht mehr frei. Frankreich ist im Krieg. Wir sind im Krieg.“ Chiotti gehört wie Bürgermeister Estrosi den Republikanern an.

Die Vorsitzende des Rassemblement National, Marine Le Pen, sprach von einer „dramatischen Beschleunigung islamischer Kriegsakte gegen unsere Mitbürger und unser Land“, die eine „globale Antwort“ verlange und eine „Auslöschung des Islamismus auf unserem Boden“.

Sarkozy bekundet tiefe Betroffenheit

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Der ehemalige Staatspräsident Frankreichs, Nicolas Sarkozy, bekundete seine tiefe Betroffenheit. Die Situation erfordere ein entschiedenes und sofortiges Vorgehen, „ohne Abstriche“, um den „Feinden der Demokratie“ entgegenzutreten. Es handele sich um einen „Kampf aller gegen die Barbarei und für die Zivilisation“. Auch François Hollande, der Vorgänger Macrons, sprach davon, dass Nizza von „der Barbarei heimgesucht“ werde und solidarisierte sich sowohl mit den Familien der Opfer wie auch mit „allen Christen“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich „tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche“ und sicherte der französischen Nation „in diesen schweren Stunden“ Deutschlands Solidarität zu. Der britische Premierminister Boris Johnson verurteilte die „barbarische Attacke“ und sicherte zu, dass das Vereinigte Königreich „standhaft mit Frankreich gegen Terror und Intoleranz“ stünde. Johnson twitterte seine Nachricht in Englisch und Französisch.

Auch die Türkei, die derzeit ein angespanntes Verhältnis zu Frankreich unterhält, verurteilte den Angriff. Es gebe nichts, das Gewalt und das Töten von Menschen rechtfertige, so das türkische Außenministerium.  DT/mga

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