Hat irgendwer mitgezählt, wie oft Donald Trump bereits einen unmittelbar bevorstehenden Deal mit dem Iran verkündet hat? CNN kommt auf 38-mal. Dazwischen hat der US-Präsident dem Iran stets die totale Vernichtung und ein Zurückbomben in die Steinzeit angedroht. Fakt ist jedoch, dass ein Ende des Krieges nicht in Sicht ist, zumal der einzige tatsächliche Deal zwischen Washington und Teheran, die Ende Juni unterzeichnete Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“), das iranische Regime als Sieger aussteigen ließ.
Die Mullahs werden Trump keinen billigen Erfolg gönnen
Auch jetzt sagte Trump die vollständige Vernichtung des Iran kurzfristig ab, um neuerliche Verhandlungen mit überzogenen Erwartungen zu überfrachten. Doch die Mullahs in Teheran haben ihre Lektionen längst gelernt: Sie wissen, dass Trump den Krieg nicht bis zum Regimesturz eskalieren lassen kann, dass die Partei des US-Präsidenten und die Weltwirtschaft dringend Frieden im Orient und freie Schifffahrt im Persischen Golf brauchen. Sie wissen, dass sie mit der Straße von Hormus und dem „Tor der Tränen“ im Süden des Roten Meeres zwei Nadelöhre der globalen Energieversorgung lahmlegen können.
Auch wenn die Massendemonstrationen im Iran zu Jahresbeginn und die iranischen Wirtschaftsdaten eine andere Sprache sprechen: Das Mullah-Regime und seine Revolutionsgarden sitzen weiter fest im Sattel. Sie werden Donald Trump keinen billigen Erfolg gönnen – weder in Verhandlungen noch im militärischen Ringen um die Macht am Persischen Golf. Etwas weniger vollmundige Ankündigungen würden Trump weniger dumm aussehen lassen. Das gilt nicht nur für seinen verunglückten Irankrieg, sondern auch für den Gazastreifen, wo er neuerlich vorlaut einen Durchbruch verkündete, den ihm Netanjahu und die Hamas dann sogleich wieder zerlegten. Der Orient und seine Akteure sind zu komplex für Trumps einfache Deals.
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