Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Washington

Fast die Hälfte der US-Amerikaner für Abtreibungsverbot nach 15 Wochen

Rückenwind für US-Lebensschützer: 48 Prozent der Amerikaner befürworten ein Abtreibungsverbot nach der 15. Schwangerschaftswoche, wie eine Umfrage ergibt.
Abtreibung in den USA
Foto: IMAGO/Allison Bailey (www.imago-images.de) | Abtreibungsgegner demonstrieren vor dem Supreme Court in Washington. Das bislang gültige Grundsatzurteil „Roe vs. Wade“ stammt aus dem Jahr 1973 und wird seitdem kontrovers diskutiert.

Wenige Monate bevor der Oberste Gerichtshof der USA ein neues Grundsatzurteil zur Abtreibungsgesetzgebung erlassen könnte, spricht sich eine Mehrheit der US-Amerikaner für ein Abtreibungsverbot nach der 15. Schwangerschaftswoche aus. Eine aktuelle Umfrage des „Wall Street Journal“ kommt zu dem Ergebnis, dass 48 Prozent der Befragten ein solches Verbot – mit Ausnahmen, falls die Gesundheit der Mutter gefährdet ist – befürworten würden. 43 Prozent sind demnach gegen ein Verbot. 

55 Prozent für legale Abtreibungen "in den meisten Fällen"

Die 48 Prozent der Befürworter lassen sich noch einmal in zwei Gruppen unterteilen: 31 Prozent befürworten ein Verbot nach der 15. Schwangerschaftswoche „sehr“, 17 Prozent tun dies „eher“. Von den Gegnern sind 33 Prozent „sehr dagegen“, und zehn Prozent „eher dagegen“. 

Lesen Sie auch:

Gleichzeitig kommt die Erhebung, die zwischen dem 2. Und 7. März unter 1.500 registrierten Wählern durchgeführt wurde, zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der Befragten der Meinung sind, Abtreibungen sollten „in den meisten Fällen“ legal sein. Elf Prozent sind für ein Abtreibungsverbot ohne Ausnahmen, 30 Prozent für ein Verbot mit Ausnahmen im Falle von Vergewaltigung oder Inzest und wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.    

Ob Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche verboten werden sollten ist insofern eine relevante Frage, da zuletzt mehrere republikanisch regierte Bundesstaaten Gesetze verabschiedet hatten, die für Abtreibungen eine Frist von 15 Wochen festlegten. Auch der Bundesstaat Mississippi gehört dazu. Ein dort verabschiedetes Gesetz war Auslöser für den Fall „Dobbs vs. Jackson Women’s Health Organization“, der im Sommer vor dem Obersten Gerichtshof, dem „Supreme Court“, verhandelt wird. 

Das bislang gültige Grundsatzurteil „Roe vs. Wade“ stammt aus dem Jahr 1973 und wird seitdem kontrovers diskutiert. Es erlaubt straffreie Abtreibungen vor der Lebensfähigkeit des Fötus außerhalb des Mutterleibs – im ersten Trimester einer Schwangerschaft quasi ohne Einschränkungen, mit gewissen Einschränkungen auch noch im zweiten Trimester.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Lebensschutz Schwangerschaftsabbruch

Weitere Artikel

Vor 50 Jahren trat die Zweite Reform des § 218 StGB in Kraft. Mit ihr gab der Gesetzgeber die Pflicht des Staates, das Leben ungeborener Menschen zu schützen, de facto auf.
22.06.2026, 07 Uhr
Stefan Rehder
Die Moraltheologin Katharina Westerhorstmann kritisiert das Kfd-Papier zu § 218 StGB scharf.
18.06.2026, 10 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Schwester Katharina Ganz wird Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Die Personalie hat nicht nur eine pastorale, sondern auch eine kirchenpolitische Dimension.
15.07.2026, 21 Uhr
Benjamin Leven
Die KHKT verliert ihre Führung: Rektor, Kanzlerin und Geschäftsführer hören auf. Medienspekulationen über die Hintergründe werfen Fragen auf. Die Debatte kommt zur Unzeit.
15.07.2026, 15 Uhr
Benjamin Leven Jakob Ranke
Nach den unerlaubten Bischofsweihen legt die Gemeinschaft fristgerecht Rechtsmittel gegen das Exkommunikationsdekret ein. Damit ist die verhängte Strafe vorerst ausgesetzt.
14.07.2026, 13 Uhr
Meldung
Der neue Eichstätter Bischof äußert sich zurückhaltend zum Pflichtzölibat, und wehrt sich gegen Flügelkämpfe. Sein Abstimmen beim Synodalen Weg dürfte für Diskussionen sorgen.
13.07.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt