Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Sant’Egidio-Friedenstreffen in Paris

Die Suche nach dem Frieden darf nicht aufhören

Trotz internationaler Spannungen: Die Gemeinschaft Sant'Egidio und das Erzbistum Paris laden vom 22. bis 24. September 2024 zum 38. Internationalen Friedenstreffen in der französischen Hauptstadt.
Friedenstaube
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Den Kriegsschauplätzen Ukraine und Naher Osten werden auf dem Friedenstreffen keine eigenen Foren gewidmet. „Wir haben uns dafür entschieden, uns nicht auf spezifische Kriege zu konzentrieren“, erklärt Marco ...

Nach dem Sport der Dialog: Ab Sonntag werden in Paris tausende Teilnehmer aus aller Welt erwartet, um auf dem jährlichen Internationalen Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio in einem interreligiösen Kontext über Perspektiven des Friedens zu sprechen. Neben Vertretern der großen Weltreligionen werden auch Politiker, Kulturschaffende, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft erwartet. Auch unter jungen Menschen ist der Anklang groß: Über 2.000 Studenten sind bereits für das Treffen angemeldet.

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In 21 Foren werden Redner und Publikum sich am Montag und Dienstag zu weltweiten Herausforderungen in Zeiten von Krieg und Krise austauschen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themenschwerpunkte Immigration, Solidarität und Ökologie. Den Kriegsschauplätzen Ukraine und Naher Osten werden keine eigenen Foren gewidmet. „Wir haben uns dafür entschieden, uns nicht auf spezifische Kriege zu konzentrieren“, erklärt Marco Impagliazzo Präsident der Gemeinschaft Sant'Egidio seit 2003, dazu. Es werde auch keine versteckten Friedensverhandlungen geben.

Treffen selbst als Beginn des Friedens

Stattdessen sei das Treffen selbst bereits ein Beginn des Friedens. „Für uns ist es wichtig, überhaupt zusammenzukommen. Wir hatten Zweifel, ob das in dieser international angespannten Lage überhaupt möglich wäre. Wir haben uns dafür entschieden, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass die Suche nach dem Frieden nicht aufhören darf.“

Seit dem Weltgebetstag für den Frieden in Assisi, zu dem Papst Johannes Paul II. 1986 Vertreter aller großen Weltreligionen geladen hatte, organisiert die internationale christliche Gemeinschaft Sant’Egidio jährlich ihr Friedenstreffen. „Imaginer la paix – Imagine Peace“ lautet das Motto des 38. Treffens. „Sich den Frieden vorstellen: Vorstellung bedeutet auch Kreativität und Frieden ist heute zu etwas geworden, das wir uns vorstellen müssen, denn er ist nicht mehr selbstverständlich“, erklärt Marco Impagliazzo. Die Gemeinschaft ist heute in über 70 Ländern vertreten und engagiert sich in verschiedenen sozialen Feldern. Über die durch die Gemeinschaft eingerichteten humanitären Korridore konnten seit 2016 tausende schutzbedürftige Personen mit einem humanitären Visum legal in die EU einreisen.

An der Eröffnungssitzung des Friedenstreffens am Sonntag werden neben dem Gründer der Gemeinschaft, Andrea Riccardi, der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich, der Primas der Anglikanischen Kirche und Erzbischof von Canterbury Justin Welby, der Rektor der Großen Moschee von Paris Chemis-Eddine Hafiz und der Groß-Rabbi von Frankreich Haïm Korsia teilnehmen. Auch Präsident Emmanuel Macron wird bei der Eröffnung anwesend sein. Das französische Staatsoberhaupt hatte 2022 das Friedenstreffen in Rom besucht und eine Einladung nach Paris ausgesprochen. 

Abschluss auf dem Vorplatz von Notre Dame

Dieses Jahr wird dem interreligiösen Dialog in Asien ein eigenes Forum mit religiösen Vertretern aus Indien, Japan und Indonesien gewidmet. Zum ersten Mal stehen auch die Krise der Demokratie und künstliche Intelligenz und mit eigenen Foren auf der Tagesordnung. 

Das Internationale Friedenstreffen schließt am Dienstagabend auf dem Vorplatz der Kathedrale Notre Dame, die am 8. Dezember wiedereröffnet werden soll. Auf dem Programm steht eine Schweigeminute für die Opfer des Krieges und die Verlesung einer Botschaft des Heiligen Vaters an die Teilnehmer des Treffens.  DT/fha

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