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Die grüne Machtmaschine

Annalena Baerbock ist die grüne Kanzlerkandidatin. Vor der Nominierung unterdrückten die Grünen den alten Flügelstreit. Ob das so bleibt?
Robert Habeck und Annalena Baerbock
Foto: Guido Kirchner (dpa) | Annalena, mach du's: Die Grünen haben sich für Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin entschieden.

Der Wille zur Macht kann auch grün sein. Während CDU und CSU sich im Streit um den richtigen Kanzlerkandidaten selbst zerfleischen, haben die Grünen Geschlossenheit demonstriert. Ob das auch so bleibt, nachdem jetzt die Personalie der Kandidatur geklärt ist? Annalena Baerbock jedenfalls meint ihre Kandidatur ernst. Aber die Decke, die bis jetzt über den grünen Richtungskämpfen liegt, ist dünn.

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Das zeigte zuletzt die Debatte um die Spitzenkandidatin der Partei bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Angesprochen auf die Frage, welchen Berufswunsch sie als Kind gehabt habe, antwortete Bettina Jarasch, „Indianerhäuptling. Ein Sturm der Entrüstung folgte. Diese Bezeichnung sei diskriminierend, hieß es am identitätspolitischen Stammtisch. Die Entschuldigung folgte postwendend, das Video mit der inkriminierten Aussage wurde sogar von der Partei-Homepage gelöscht. Das beweist, auch wenn es der grünen Machtstrategie, die auf neue Wählerschichten setzt, nicht passt, am identitätspolitischen Stammtisch prostet sich die grüne Basis gerne zu.

Man darf gespannt sein, was passiert, wenn diese Konflikte wieder aufbrechen. Spannend wird hier auch sein, welche Haltung die Kirchen einnehmen. Vor allem bei der evangelischen Kirche, zunehmend aber auch bei der katholischen, stehen die Grünen unter Artenschutz. Bei manchen Gremienversammlungen von evangelischen und katholischen Laien würde die Partei auch jetzt schon eine absolute Mehrheit bekommen. Zu schön ist es doch auch, die Gemeinsamkeiten zu betonen, bei Nachhaltigkeit, Klimaschutz und natürlich der Flüchtlingspolitik.

Hilfsmonteur der grünen Machtmaschine

Diese Bindung, die die Anschlussfähigkeit an eine vermeintliche junge und hippe Bewegung verheißt, lässt Kirchenfunktionäre leicht vergessen, dass im grünen Wahlprogramm das Recht auf Abtreibung als Ausdruck der Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper definiert wird. Man mag glauben, so auf der Trendwelle des Zeitgeistes surfen zu können, in Wirklichkeit degradiert man sich aber lediglich zum Hilfsmonteur der grünen Machtmaschine.

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