In Mali

Deutscher Pater weiter vermisst

Alles deutet darauf hin, dass der aus Ostwestfalen stammende Pater Hans-Joachim Lohre in Mali entführt wurde. Er wird seit mehr als einer Woche vermisst.
Bamako
Foto: IMAGO/watchtheworld (www.imago-images.de) | Der seit 30 Jahren in Mali lebende Lohre gehört der Kongregation der Afrikamissionare an, auch bekannt als Weiße Väter, und unterrichtet am Institut für christlich-islamische Bildung in Bamako.

Noch immer gibt es kein Lebenszeichen von dem aus dem ostwestfälischen Hövelhof stammenden Pater Hans-Joachim Lohre, der seit Sonntag, den 20. November, in Mali vermisst wird. Bisher deutet alles auf eine Entführung hin. Nach Angaben von Kardinal Jean Zerbo, Erzbischof von Bamako, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes, sollte Lohre um 8.30 Uhr die Sonntagsmesse in der christlichen Gemeinde von Kalaban-Coura feiern.

Pater Hans-Joachim sei jedoch nicht zu dem Gottesdienst erschienen. „Es war am späten Sonntagabend, als seine Mitbrüder von seiner Abwesenheit erfuhren. Sein grauer Peugeot war seit dem Morgen vor dem Haus geparkt und am Telefon sprang der Anrufbeantworter an. Die unerklärliche Abwesenheit deutete auf eine Entführung hin, so dass die Mitbrüder sich schließlich an die Polizei des 5. Arrondissements wandten“, erklärte der Erzbischof von Bamako laut Fides, der mit einem Gebet für die rasche Freilassung des Missionars und aller Entführten schließt: „Möge die Gottesmutter von Mali für ihn, für uns und für alle Entführten und Geiselnahmen nicht nur in Mali, sondern in der ganzen Welt Fürsprache halten“. 

Deutsche Bischöfe fordern sofortige Freilassung

Der seit 30 Jahren in Mali lebende Lohre gehört der Kongregation der Afrikamissionare an, auch bekannt als Weiße Väter, und unterrichtet am Institut für christlich-islamische Bildung in Bamako. Zudem ist er auch für ein Glaubens- und Begegnungszentrum in der Stadt verantwortlich. Im vergangenen Jahr ernannte ihn die malische Bischofskonferenz zum Generalsekretär für den christlich-islamischen Dialog. 

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Die deutschen Bischöfe forderten die sofortige Freilassung des Ordensmannes. Über die Entführung des Missionars seien die Bischöfe tief besorgt, erklärte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bertram Meier. „Mit zahllosen anderen Christen bin ich im Gebet mit diesem Missionspater verbunden, der seit 30 Jahren in Afrika Dienst tut und sein besonderes Augenmerk auf den muslimisch-christlichen Dialog gelenkt hat.“

Zunahme des islamistischen Terrorismus in der Sahel-Region

Nach Auffassung des Augsburger Bischofs ist der Angriff auf den deutschen Priester ein weiterer Beleg für die „anhaltende Instabilität und die Zunahme des islamistischen Terrorismus in der Sahel-Region“. Vor allem in den vergangenen Monaten hätten militante Islamisten ihre Macht ausgebaut. Priester und Ordensleute seien besonders im Visier der Extremisten.

Hans-Joachim Lohre, der im Sommer missio München besucht hatte, berichtete immer wieder von den Bemühungen um den interreligiösen Dialog, aber auch von der zunehmend schwierigen Lage für Christen in Mali. Zuletzt waren mehrere Priester und eine Ordensschwester von islamistischen Terroristen entführt worden. Bislang waren besonders die Grenzregionen zu Burkina Faso und Niger im Visier bewaffneter Milizen. DT/chp

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