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„C“ wie „Chance verpasst“

Der CDU-Parteitag konnte sich zu keinem bundesweiten Katholischen Arbeitskreis durchringen. Christdemokratische Kernthemen werden so ignoriert.
Friedrich Merz spricht mit Carsten Linnemann
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Friedrich Merz (r), CDU Bundesvorsitzender, spricht mit Carsten Linnemann, dem Vorsitzenden der Programmkommission beim CDU Bundesparteitag.

Es wird erst einmal keinen Katholischen Arbeitskreis der CDU auf Bundesebene geben. Die Art und Weise, wie beim Parteitag in Hannover darüber diskutiert wurde, zeigt, dass dieCDUnicht begriffen hat, welche Chance sich ihr hier geboten hätte. Die Frage wurde, wie von der Antragskommission vorgeschlagen, an den Bundesvorstand weitergegeben. Also: vertagt. 

Es fehlt an schwarzem Herzblut

Aber können sich das die Christdemokraten leisten? Gerade bei einem Parteitag, bei dem mit ziemlich viel öffentlichem Tamtam im Vorfeld eine neue Grundwertecharta beschlossen worden ist. Hannover – so schien es zumindest – war von den Parteitagsregisseuren als der große Programmparteitag geplant. Was in der Charta steht, die als Leitlinie die Diskussion über ein neues Grundsatzprogramm bestimmen soll, ist alles nicht falsch, auch gibt es eine klare Bezugnahme auf das „C“ als zentralen Orientierungspunkt, aber es ist eben auch nur Papier. Die Gründung eines bundesweiten Katholischen Arbeitskreises wäre die praktische Probe gewesen. Etwas Konkretes. 

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Stattdessen ging die Parteispitze mit diesem Problem um, wie es pragmatische Parteimanager eben machen: formalistisch. Es fehlte am schwarzen Herzblut. Dass man auf diese Weise die vielen Aktiven, die in den bereits bestehenden Landesverbänden in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mitarbeiten, enttäuscht, und verpasst, ein Signal an diejenigen zu senden, die bereit sind aus, ihrem katholischen Glauben heraus, Politik zu machen, ist die eine Sache. 

Viel schwerwiegender ist aber die Ignoranz gegenüber den Themen, die für so einen Arbeitskreis zentral wären: Die Ampelregierung ist munter dabei, die Gesellschaft nach ihrer Ideologie umzubauen. Wenn die Union dem etwas entgegensetzen will, dann braucht sie Orte in der Partei, wo grundsätzlich darüber nachgedacht werden kann, was denn nach dem christlichen Menschenbild unter Familie und Ehe verstanden wird, warum Christen für den Schutz des Lebens an seinem Anfang und an seinem Ende ihr Wort erheben müssen. So ein Ort hätte der Arbeitskreis werden können. Die Chance wurde verpasst.   

Lesen Sie weitere Berichte vom CDU-Parteitag in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Sebastian Sasse CDU Christen Katholizismus

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