Am kommenden Samstag steht der sechste Münchner Marsch für das Leben an. US-Bischof Robert Barron ermutigte die Demonstranten bereits vorab in einer Videobotschaft, Kraft aus dem Vorbild Joseph Ratzingers zu schöpfen. Der Marsch finde schließlich in der Stadt des „großen ehemaligen Erzbischofs“ statt – der sich unermüdlich für die Rechte des Individuums und der Ungeborenen eingesetzt habe.
„Ich weiß, in Deutschland gibt es viele Energien, die die Abtreibung in allen Lagen ermöglichen möchten“, sagte Barron. Doch man könne sich durch die Erfahrungen in den USA ermutigen lassen: Niemand hätte es für möglich gehalten, dass das Urteil „Roe v. Wade“ gekippt würde. Jahrelang habe man sich getroffen, um dafür zu beten. Nun ist „Roe v. Wade“ – welches 1973 das Recht auf Schwangerschaftsabbruch als Teil der Privatsphäre etablierte – Geschichte. „Gebt nicht auf“, schlussfolgerte Barron in dem gut zweiminütigen Video. Die gesamte katholische Kirche in den USA stehe hinter dem wichtigen öffentlichen Zeugnis der Münchner Demonstranten, versicherte der Bischof aus Minnesota.
Wie in den Vorjahren rechne man mit mehreren Tausend Marschteilnehmern, teilte der Verein „Stimme der Stillen“ auf Anfrage der „Tagespost“ mit. Gegendemonstranten erwarte man ähnlich viele wie 2025; damals waren es rund 800. Es kommen ebenfalls „große Lebensschutzorganisationen“ wie 1000plus, Kaleb, Sundays for Life und die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA). Der katholische Publizist Mathias von Gersdorff werde als Teil der Kundgebung seine langjährigen Erfahrungen im Lebensschutz teilen. Die nigerianische Biomedizinerin Obianuju Ekeocha bringe als weitere Rednerin die afrikanische Perspektive auf den Lebensschutz ein.
„Größter rechter Aufmarsch in ganz Bayern”
Den Aufruf zur Gegendemonstration von dem „Pro Choice Bündnis München“ könne man „durchaus als verbale Drohung“ verstehen, äußerte sich „Stimme der Stillen“. Als „größter rechter Aufmarsch in ganz Bayern“ kämen beim Marsch für das Leben „radikale Abtreibungsgegnerinnen, christliche Fundamentalistinnen, Konservative und extrem Rechte“ zusammen, heißt es auf der Website von „Pro Choice“. Auf der Veranstaltung mit „zutiefst menschenfeindlichem Charakter“ würde „misogyne, queer- und transfeindliche Hetze“ verbreitet – „inszeniert als ein friedliches, familienfreundliches“ Event. Dem wolle man „keine ungestörte Bühne in München“ geben.
2025 war Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer persönlich gekommen, für dieses Mal kündigte sich sein Weihbischof Josef Graf an. Man freue sich „über jeden Teilnehmer, der mit uns für den Wert, die Würde und die Schönheit jedes Lebens demonstrieren möchte“, so die Organisatoren. Ferner sei der Marsch für das Leben speziell in München als „ein Fest des Lebens“ mit „fröhlicher Stimmung“ und „bayerisch-münchnerischem“ Charakter konzipiert. Blasmusik und der „Zug durch Münchens schönste Straßen“ werden dazu beitragen.
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