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Berlin: Protestkundgebung vor Chinesischer Botschaft

Um auf die anhaltende Unterdrückung der Tibeter, das Schicksal der Uiguren sowie die Lage in Hongkong aufmerksam zu machen, kommen zahlreiche Demonstranten vor der Chinesischen Botschaft zusammen. Auch ein evangelischer Pfarrer ist unter ihnen.
Demo vor chinesischer Botschaft
Foto: Michael Leh | Auf der Jannowitz-Brücke vor der chinesischen Botschaft in Berlin machten zahlreiche Demonstranten auf das Schicksal der von China unterdrückten Minderheiten aufmerksam.

Vor der Botschaft der Volksrepublik China in Berlin hat am Dienstag, dem internationalen Tag der Menschenrechte, eine große Protestkundgebung stattgefunden. An ihr nahmen junge Hongkonger, Tibeter, Vertreter der Uiguren und Exil-Chinesen teil.

Für Freiheit, Menschenrechte und universale Werte

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Wie in früheren Jahren kam der evangelische Pfarrer und Religionslehrer Roland Kühne mit vielen Schülern des Berufskollegs Rhein-Maas mit Bussen aus Nordrhein-Westfalen. Die Präsidentin des Unabhängigen chinesischen PEN-Clubs aus Köln, Tienchi-Martin-Liao, die auch Werke des in Haft verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ins Deutsche übersetzt hat, dankte den Schülern mit bewegenden Worten für ihr Engagement. „Ihr wart vielleicht noch nie in Hongkong oder China und habt vielleicht keinen einzigen chinesischen Freund. Dennoch engagiert Ihr Euch und steht hier für die Freiheit, die Menschenrechte und universale Werte. Ihr seid für mich wie ein Leuchtstern. Ich verneige mich vor Euch“, erklärte sie unter dem Applaus der Schüler.

Pfarrer Kühne erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass er mit 320 Schülern in vier Doppeldecker-Bussen anreiste. Vor der Kundgebung an der Botschaft Chinas besuchten sie das KZ Sachsenhausen, die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, das Holocaust-Mahnmal und den Bundestag. Für die Fahrt nach Berlin mit drei Übernachtungen musste jeder Schüler 135 Euro bezahlen, so Kühne.

"Leider schaut die Welt mehr und
mehr weg, weil man sich dem
wirtschaftlichen Druck Chinas beugt"
Sarah Schäfer, Tibet-Initiative

Tienchi Martin-Liao erläuterte auf der Kundgebung die Lage in Hongkong. Sarah Schäfer von der Tibet-Initiative schilderte die anhaltende Unterdrückung der Tibeter. „Die Tibeter dürfen ihre Religion nicht frei leben. Sie dürfen ihre Meinung nicht frei sagen und sie dürfen teilweise nicht einmal mehr ihre Sprache sprechen“, erklärte sie. Seit 2009 hätten sich aus Verzweiflung 155 Tibeter selbst verbrannt. „Leider schaut die Welt mehr und mehr weg, weil man sich dem wirtschaftlichen Druck Chinas beugt“, so Schäfer.

Stefan Lampe, Projekt-Koordinator des Weltkongresses der Uiguren, sprach über die Umerziehungslager und schweren Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang durch das kommunistische Regime.

DT/leh

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