Wisconsin

Heiligstes Herz Jesu statt „Pride month“

Ein chaldäisch-katholischer Priester in den USA erhält Morddrohungen, weil er Christen dazu aufforderte, den „Pride month“ der LGBT-Bewegung nicht zu unterstützen, sondern sich stattdessen Jesus zuzuwenden.

«Pride March»
Mitarbeiter des National Park Service bringen Regenbogenflaggen an einem Zaun am Stonewall National Monument an. Foto: Craig Ruttle (AP)

Die Homosexuellenbewegung hat den Juni erobert. Das Land Berlin hat vor wenigen Tagen verfügt, dass die Regenbogenflagge zukünftig ohne Antrag gehisst werden kann. Auch in den USA soll die Fahne über öffentlichen Gebäuden flattern, so etwa über dem Wisconsin State Capitol. Zeitungen wie der „Boston Globe“ raten dazu, wie man den „Pride month“ am besten einhalten kann, so, als handele es sich um einen Ritus. Auch Unternehmen kleiden ihr Logo in Regenbogenfarben, ob nun die Deutsche Bank an der Eingangstüre ihrer Filialen oder mancher Konzern auf seinem Social-Media-Account. Die Webseite der altehrwürdigen BBC erklärt: „Der Juni ist der ‚Pride month‘, ein Monat, der dazu gewidmet ist, die LGBTQ+-Gemeinschaft überall auf der Welt zu feiern.

Die Botschaft soll ein vielfältiges, tolerantes Miteinander sein. Was früher auf den Christopher Street Day begrenzt war, prägt nun einen ganzen Monat. Wie vielfältig und tolerant allerdings die Anhänger des LGBT-Festes sind, wenn man eine abweichende Meinung vertritt, zeigt sich in den USA, wo der Tanz um das Regenbogenlamm fortgeschrittener ist als auf dem alten Kontinent. Der Partyschreck hat in den sozialen Netzwerken einen Namen: er heißt Vater Simon Esshaki.

Christen sollen den Pride month nicht unterstützen

„Christen sollten den ‚Pride month‘ nicht unterstützen“, sagt er in einem TikTok-Video. „Nicht, weil wir Männer und Frauen hassen würde, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Sondern weil wir wissen, dass gemäß Naturgesetz und Gottesgesetz die Ehe für Mann und Frau sein sollte.“ Esshaki arbeitet dabei sehr genau heraus, dass man natürlich dazu aufgerufen sei, auch homosexuelle Menschen zu lieben. Aber: „Nur, weil man jemanden liebt, heißt das nicht, dass man mit allen seinen Taten konform geht. Lieben heißt, dass man für jemanden das Beste will. Und es ist für jemanden nicht das Beste, wenn er in seinen Sünden bestätigt wird.“

Der chaldäisch-katholische Priester gehört zu einer jungen Generation netzaffiner Geistlicher. Er teilt seine Videos auf allen zugänglichen Plattformen: ob Instagram oder Twitter, YouTube oder Facebook. Im Zentrum stehen Verbreitung und Festigung des Glaubens. Esshaki ist aber nicht nur in der eigenen chaldäischen Community prominent, sondern hatte auch schon einen Auftritt beim Fernsehsender EWTN, wo er über die Geschichte der Verfolgung der chaldäischen Christen im Nahen Osten referierte.

Jede Sünde ist schlecht

„Jede Sünde ist schlecht“, sagt Esshaki in seinem Video vor dem Hintergrund von Ikonen, einer Marienstatue und Peruginos Schlüsselübergabe. „Wir sind alle Sünder, wir brauchen alle die Gnade Gottes. Katholiken widmen diesen Monat dem Heiligsten Herzen Jesu. Anstatt uns nach unseren sündigen Begierden zu richten, sollten wir uns dem Heiligsten Herzen Jesu zuwenden und versuchen, wie er zu werden. Betet für alle Sünder, liebt sie, aber unterstützt nicht ihr Verhalten.“

Der klare Rekurs auf die katholische Lehre war dem säkularen Publikum zu viel. Auf Esshaki prasselte ein Sturm der Entrüstung nieder. Tausende Zuschriften aus dem Internet beschimpften ihn. Mit Photoshop wurde sein Bild bei homosexuellen Dating-Seiten eingefügt. Todesdrohungen erreichten den Priester ebenso wie Nachfragen über seinen Aufenthaltsort und den seiner Familie. TicToc sperrte seinen Account. Wer es sich mit der Regenbogenfamilie anlegt, muss ein Donnerwetter fürchten.

Eine Schmierenkampgne gegen Esshaki

In einem Brief vom 4. Juni betont Esshaki, dass er für jene beten werde, die ihn beschimpften, diffamierten und bedrohten. Eine Entschuldigung, wie sie gefordert wurde, blieb aus. Stattdessen verwies er auf ein Video, das noch einmal im Detail die katholische Haltung erläuterte. Aufmerksamkeit erregte der Fall auch deswegen, weil Esshaki selbst einer Minderheit angehört und christliche Flüchtlinge aus ehemaligen IS-Gebieten betreut. Die „Iraqi Christian Foundation“, eine Stiftung, die sich für verfolgte Christen im Nahen Osten einsetzt, beklagte auf ihrem Twitter-Account eine „Schmierenkampagne“ gegen Esshaki. 

 

DT/mga

 

Die chaldäisch-katholische Kirche gehört zu den 23 Ostkirchen der Katholischen Kirche, die ihren eigenen orientalischen Ritus zelebrieren. Die Mehrheit der über 600.000 Chaldäer, deren historische Wurzeln in Mesopotamien liegen, lebt nach Vertreibung und Flucht in der Diaspora. Rund 250.000 Chaldäer leben allein in den USA, wo sie die größte Gruppe unter den katholischen Ostkirchen bilden.

 

 

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .