Berlin/Bonn

Engagement für Abtreibungslobby: ZdK-Chef Sternberg unterstützt Flachsbarth

Der Präsident des ZdK verteidigt die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Maria Flachsbarth, die für ihr Engagement für die Abtreibungslobby in der Kritik steht. Das ZdK habe stets zum Lebensschutz beigetragen – gleichzeitig könne man Abtreibungen nicht in jedem Fall verhindern.

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
Man könne das Leben der ungeborenen Kinder "nur gemeinsam mit einer ungewollt schwangeren oder in einer Notlage befindlichen Mutter schützen können und nicht gegen sie“, so Sternberg gegenüber CNA Deutsch. Foto: Andreas Arnold (dpa)

In der Diskussion um das Engagement der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Maria Flachsbarth (CDU), für die Abtreibungslobby, hat sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, zu Wort gemeldet und auf die Seite Flachsbarths gestellt. Er sei sich „völlig einig“ mit Flachsbarth, so Sternberg in einer Stellungnahme gegenüber dem katholischen Nachrichtenportal „CNA Deutsch“.

Stets "vehement für den Lebensschutz eingesetzt"

Sternberg betonte, das ZdK habe sich stets „vehement für den Lebensschutz eingesetzt“ und verwies auf die geltende Rechtslage in Deutschland, wonach ein Schwangerschaftsabbruch ohne medizinische oder kriminologische Indikation rechtswidrig sei. „Wir wissen aber auch, dass wir das Leben der ungeborenen Kinder nur gemeinsam mit einer ungewollt schwangeren oder in einer Notlage befindlichen Mutter schützen können und nicht gegen sie“, so Sternberg gegenüber CNA Deutsch. Zum Schutz des Lebens brauche es „Ermutigung zu einer verantworteten Elternschaft“ sowie konkrete Hilfen.

Flachsbarth, die seit 2011 Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes ist, hatte zuvor erklärt, dass eine Abtreibung zwar nie ein Mittel der Familienplanung sei. Sie könne aber im Einzelfall ein letzter schrecklicher Ausweg sein. Die Empörung über Flachsbarth entzündete sich, nachdem bekannt geworden war, dass sich die Fraktionen von Union und SPD in einem gemeinsamen Antrag Forderungen der Abtreibungslobby zu eigen machen. Darin begrüßen die drei Regierungsparteien unter anderem „das finanzielle und politische Engagement der Bundesregierung für die Forderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte weltweit als einer der fünftgrößten Geber (...) und die aktive Unterstützung der ,She Decides Bewegung‘“. Die Initiative „She Decides“ wird auch von der Abtreibungsorganisation „Planned Parenthood“ unterstützt.

Flachsbarth lobt Planned Parenthood

Gegenüber CNA Deutsch bestätigte Flachsbarth ihr Engagement für „She Decides“. Zudem erklärte sie, Planned Parenthood leiste durch die „medizinische Begleitung von Müttern und Kindern während der Schwangerschaft und Geburt“ einen „großen Beitrag“.

ZdK-Präsident Sternberg wie gegenüber CNA Deutsch darauf hin, dass die in Deutschland geltende Beratungsregelung zum Schutz des Lebens beitrage. Sowohl er als auch seine Vorgänger hätten die Regelung „auch bei einem starken gesellschaftlichen und politischen Gegenwind“ unterstützt, „weil wir Abtreibungen verhindern wollen und vielfach verhindern können“. 

Gleichzeitig wisse man, „dass eine Abtreibung leider nicht in jedem Schwangerschaftskonfliktfall verhindert werden kann – davon spricht Maria Flachsbarth, wenn sie sagt, eine Abtreibung könne für eine Frau im Einzelfall 'ein letzter schrecklicher Ausweg' sein“. Für das ZdK sei aber völlig klar, dass Abtreibungen kein Mittel zur Familienplanung darstellten.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .