Würzburg

„Tagespost“-Chefredakteur weist Sternberg-Kritik zurück

Der ZdK-Präsident versuche offenbar, kritische Stimmen zum „Synodalen Weg“ mundtot zu machen, so „Tagespost“-Chefredakteur Oliver Maksan.

"Tagespost"-Chefredakteur Oliver Maksan
Anders als das ZdK erhebe die „Tagespost“ keinen Anspruch darauf, Deutschlands Katholiken zu vertreten, so Chefredakteur Oliver Maksan, hier bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen der Zeitung im Jahr 2018. Foto: Archiv

Die Vorwürfe des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, gegen „scharf agierende“ katholische Medien sind auf deutliche Kritik gestoßen. Der ZdK-Präsident versuche offenbar, kritische Stimmen zum Synodalen Weg mundtot zu machen, so "Tagespost"-Chefredakteur Oliver Maksan in einer Stellungnahme gegenüber „CNA Deutsch“.

Zuvor hatte Sternberg die „Tagespost“ zusammen mit der Internet-Plattform „kath.net“ gegenüber dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) als Beispiel für „einige scharf agierende kirchliche Medien“ genannt.

Kritische Berichterstattung „mundtot“ machen

Maksan warnt vor etwaigen Versuchen, kritische Berichterstattung „mundtot“ zu machen: „Auf Totschlagargumente zu antworten ist eigentlich Zeitverschwendung. Herrn Sternbergs Äußerungen sind der durchschaubare Versuch, innerkirchliche Kritiker des Synodalen Wegs mundtot zu machen, indem man sie in die rechte Ecke stellt. Man kennt dieses Spiel aus der Politik.“

Maksan verwies gegenüber CNA Deutsch darauf, dass nicht nur Sternberg selbst aus der Politik komme, sondern viele weitere politische Funktionäre und Mandatsträger Mitglied des ZdK seien. Dieser Umstand lasse es „wenigstens unklar erscheinen“, wo katholischer Gestaltungsauftrag aufhöre und „parteipolitische Instrumentalisierung des Gremiums anfängt“.

"Wir müssen uns von nichts distanzieren,
weil wir vorher nie Partei ergriffen haben"
"Tagespost"-Chefredakteur Oliver Maksan

Auf die Frage, ob sich die „Tagespost“ nach den Vorwürfen von Sternberg deutlicher von der AfD distanzieren müsse, sagte Oliver Maksan: „Wir müssen uns von nichts distanzieren, weil wir vorher nie Partei ergriffen haben. Bei uns kommen Politiker aller Couleur zu Wort.“ Sogar Gregor Gysi habe sich schon geäußert. „Wir wollen Debatte und Meinungsvielfalt in vorletzten Fragen, wo Katholiken unterschiedlicher Meinung sein können.“ Graue Funktionärslangeweile gebe es im deutschen Katholizismus schon genug. „Und wenn ein praktizierender Katholik für die AfD antritt, dann enthalten wir so etwas unseren Lesern nicht vor. Wir sind keine Gouvernanten. Differenziertes Berichten ist aber eben nicht Parteinahme.“

Anders als das ZdK erhebe die „Tagespost“ keinen Anspruch darauf, Deutschlands Katholiken zu vertreten, so der Chefredakteur. Jede Wahlentscheidung sei immer eine Abwägungsfrage. Daher schreibe die „Tagespost“ niemandem vor, wen man zu wählen habe.

„Tagespost“ schreibt niemandem vor, wen man zu wählen habe

Darüber hinaus erklärt Maksan: „Wer überlegt, die AfD oder eine andere Partei zu wählen, muss sich im Gewissen prüfen, ob die Partei, die handelnden Personen und ihre Positionen mit unserem Glauben vereinbar sind oder nicht. Er muss sich fragen, was er zu tolerieren bereit ist und was nicht. Und da muss man sehen, dass man nicht nur ein Parteiprogramm wählt, sondern auch Personen, die mit dem Christentum und seinen Werten wenig am Hut haben.“

„Unwählbar“ sei eine Partei dann, wenn Menschen von einer Partei pauschal ausgegrenzt oder in ihrer Würde verletzt werden. „Das betrifft geborene Menschen, aber auch ungeborene“, so der Chefredakteur.

DT/CNA Deutsch

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