John F. Kennedy
John F. Kennedy (1917–1963) war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Von 1961 bis zu seiner Ermordung 1963 amtierte er als 35. Präsident der Vereinigten Staaten. Zuvor vertrat er den Bundesstaat Massachusetts im US-Repräsentantenhaus und im Senat. Seine Präsidentschaft fiel in eine Phase des Kalten Krieges und war insbesondere von der Kubakrise, dem Wettlauf ins All und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung geprägt.
Steckbrief
| Merkmal | Angaben |
| Geburtsname | John Fitzgerald Kennedy |
| Geburtsdatum | 29. Mai 1917 |
| Geburtsort | Brookline, Massachusetts, USA |
| Sterbedatum | 22. November 1963 |
| Sterbeort | Dallas, Texas, USA |
| Letztes Amt/Funktion | 35. Präsident der Vereinigten Staaten (1961–1963) |
| Partei | Demokratische Partei |
| Staatsangehörigkeit | US-amerikanisch |
| Ausbildung | Studium an der Harvard University, Abschluss 1940 |
Karriere und Werdegang
John Fitzgerald Kennedy wurde am 29. Mai 1917 in Brookline im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. Er war das zweite von neun Kindern des Unternehmers und späteren US-Botschafters Joseph P. Kennedy und seiner Ehefrau Rose Fitzgerald Kennedy. Die Familie war irisch-katholischer Herkunft und gehörte zu den gesellschaftlich und politisch einflussreichen Familien der Vereinigten Staaten. Sein Großvater mütterlicherseits, John Francis Fitzgerald, war Bürgermeister von Boston.
Nach seiner Schulzeit an der Choate School in Connecticut studierte Kennedy an der Harvard University. Er beschäftigte sich insbesondere mit Geschichte und internationalen Beziehungen. 1940 schloss er sein Studium ab. Seine Abschlussarbeit über die britische Außenpolitik vor dem Zweiten Weltkrieg bildete die Grundlage seines ersten Buches Why England Slept, das noch im selben Jahr erschien.
1941 trat Kennedy in die US-Marine ein. Während des Zweiten Weltkriegs diente er im Pazifik und übernahm das Kommando über das Patrouillenboot PT-109. Im August 1943 wurde das Boot von einem japanischen Zerstörer gerammt und versenkt. Kennedy beteiligte sich trotz eigener Verletzungen an der Rettung der überlebenden Besatzungsmitglieder. Für seinen Einsatz erhielt er militärische Auszeichnungen, darunter die Navy and Marine Corps Medal und das Purple Heart.
Nach dem Krieg wandte sich Kennedy der Politik zu. Bei den Kongresswahlen 1946 wurde er für die Demokratische Partei in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Er vertrat dort von 1947 bis 1953 einen Wahlkreis in Massachusetts. Anschließend gewann er die Senatswahl gegen den republikanischen Amtsinhaber Henry Cabot Lodge Jr. und zog 1953 in den US-Senat ein.
Im selben Jahr heiratete Kennedy die Journalistin Jacqueline Bouvier. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen Caroline und John Fitzgerald Kennedy Jr. das Erwachsenenalter erreichten. Während seiner Zeit als Senator befasste sich Kennedy vor allem mit Außenpolitik und Fragen der nationalen Sicherheit. 1956 veröffentlichte er das Buch Profiles in Courage, für das er 1957 den Pulitzer-Preis in der Kategorie Biografie erhielt.
1960 kandidierte Kennedy für das Präsidentenamt. Er setzte sich innerhalb der Demokratischen Partei durch und trat bei der Wahl gegen den republikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon an. Nach einem Wahlkampf, in dem erstmals Fernsehdebatten zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten eine bedeutende Rolle spielten, gewann Kennedy die Wahl knapp.
Am 20. Januar 1961 wurde er als 35. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit 43 Jahren war er der bis dahin jüngste direkt gewählte US-Präsident und zugleich der erste Katholik in diesem Amt. Sein innenpolitisches Programm stand unter dem Leitbegriff „New Frontier“ und umfasste unter anderem wirtschaftliche Reformen, soziale Maßnahmen und eine Ausweitung des amerikanischen Raumfahrtprogramms.
Zu Beginn seiner Präsidentschaft gründete Kennedy das Friedenskorps Peace Corps, das amerikanische Freiwillige für Entwicklungs- und Bildungsprojekte ins Ausland entsandte. Im Mai 1961 formulierte er zudem das Ziel, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen und sicher zur Erde zurückzubringen. Die erste bemannte Mondlandung gelang 1969, sechs Jahre nach seinem Tod.
Außenpolitisch wurde Kennedys Amtszeit durch mehrere Krisen bestimmt. Im April 1961 genehmigte er eine von der CIA unterstützte Invasion kubanischer Exilanten in der Schweinebucht, die scheiterte. Im Oktober 1962 führte die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba zur Kubakrise. Kennedy verhängte eine Seeblockade, die offiziell als Quarantäne bezeichnet wurde. Nach Verhandlungen zwischen Washington und Moskau zog die Sowjetunion ihre Raketen aus Kuba ab. Im Gegenzug sagten die USA zu, Kuba nicht anzugreifen, und stimmten geheim dem Abzug amerikanischer Raketen aus der Türkei zu.
Im Juni 1963 besuchte Kennedy die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. Am 26. Juni hielt er vor dem Rathaus Schöneberg eine Rede, in der er die amerikanische Unterstützung für West-Berlin bekräftigte. Seine Worte „Ich bin ein Berliner“ wurden zu einem bekannten Ausdruck der transatlantischen Beziehungen während des Kalten Krieges.
Am 22. November 1963 wurde Kennedy während einer Fahrt im offenen Präsidentenwagen durch Dallas erschossen. Er starb im Alter von 46 Jahren. Sein Vizepräsident Lyndon B. Johnson übernahm noch am selben Tag das Präsidentenamt. Die zur Untersuchung eingesetzte Warren-Kommission kam 1964 zu dem Ergebnis, dass Lee Harvey Oswald die tödlichen Schüsse abgegeben hatte und allein gehandelt habe. Das Attentat und seine Hintergründe blieben Gegenstand späterer Untersuchungen und öffentlicher Debatten. Kennedy wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.
Positionen/Themen
John F. Kennedys politische Arbeit war wesentlich durch den Kalten Krieg, die nationale Sicherheit und das Verhältnis der Vereinigten Staaten zur Sowjetunion geprägt. Er vertrat eine Politik der Eindämmung des Kommunismus und setzte zugleich auf diplomatische Verhandlungen zur Begrenzung militärischer Konflikte.
Nach der Kubakrise unterstützte Kennedy eine verstärkte Rüstungskontrolle. 1963 schlossen die USA, die Sowjetunion und Großbritannien den Vertrag über das teilweise Verbot von Kernwaffenversuchen. Das Abkommen untersagte Atomtests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser, ließ unterirdische Versuche jedoch weiterhin zu.
In der Bürgerrechtspolitik agierte Kennedy zunächst zurückhaltend, auch um die Unterstützung südstaatlicher Demokraten im Kongress nicht zu verlieren. Angesichts der Proteste gegen die Rassentrennung und gewaltsamer Auseinandersetzungen unterstützte er zunehmend bundesstaatliche Maßnahmen. Im Juni 1963 kündigte er ein umfassendes Bürgerrechtsgesetz an. Dieses wurde erst nach seinem Tod unter Präsident Lyndon B. Johnson als Civil Rights Act von 1964 verabschiedet.
Weitere zentrale Themen waren die Förderung von Bildung und Wissenschaft, wirtschaftliches Wachstum sowie die internationale Entwicklungszusammenarbeit. In der Raumfahrt setzte Kennedy auf den Ausbau des Apollo-Programms.
Im Vietnamkonflikt verstärkte seine Regierung die amerikanische Unterstützung für Südvietnam und erhöhte die Zahl der dort eingesetzten US-Militärberater erheblich. Die weitere Entwicklung des amerikanischen Engagements erfolgte nach seinem Tod unter seinem Nachfolger Johnson.
Zitate
„Ask not what your country can do for you—ask what you can do for your country.“ (Antrittsrede als US-Präsident, 20. Januar 1961)
„Ich bin ein Berliner.“ (Rede vor dem Rathaus Schöneberg in West-Berlin, 26. Juni 1963)
Werke/Publikationen
„Why England Slept“ (1940)
„Profiles in Courage“ (1956)
„A Nation of Immigrants“ (1958)
Fragen und Antworten (FAQ)
Wer war John F. Kennedy?
John F. Kennedy war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Von 1961 bis 1963 war er der 35. Präsident der Vereinigten Staaten.
Wann wurde John F. Kennedy geboren?
Er wurde am 29. Mai 1917 in Brookline im US-Bundesstaat Massachusetts geboren.
Wann und wie starb John F. Kennedy?
Kennedy wurde am 22. November 1963 während eines Besuchs in Dallas, Texas, durch Schüsse ermordet. Er starb im Alter von 46 Jahren.
Welcher Partei gehörte John F. Kennedy an?
Kennedy war Mitglied der Demokratischen Partei. Für sie gehörte er dem Repräsentantenhaus und dem Senat an und gewann 1960 die Präsidentschaftswahl.
Welche politischen Ämter hatte John F. Kennedy inne?
Er war von 1947 bis 1953 Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus, anschließend Senator für Massachusetts und von Januar 1961 bis November 1963 Präsident der Vereinigten Staaten.
Wofür ist John F. Kennedy bekannt?
Zu den prägenden Ereignissen seiner Präsidentschaft gehören die Kubakrise von 1962, die amerikanische Mondmission, die Unterstützung der Bürgerrechtsgesetzgebung und sein Besuch in West-Berlin 1963. Auch seine Ermordung am 22. November 1963 ist ein bedeutendes Ereignis der amerikanischen Zeitgeschichte.














