Matthäus, Markus, Lukas und Johannes haben den großen Wunsch gehabt, dass alle Menschen von Jesus erfahren. Deswegen haben sie seine Worte gesammelt und seine Wundertaten aufgeschrieben. Jeder von ihnen hat uns ein Evangelium hinterlassen. Wenn diese vier Männer nicht gewesen wären, wüssten wir heute nur sehr wenig über Jesus. Mal schauen, ob du herausfindest, welche Geschichte zu welchem Evangelisten gehört…
Ein junger Arzt
Ich lebte nördlich vom Heiligen Land. Tagein tagaus behandelte ich kranke Menschen. Sie taten mir so leid! Gäbe es doch für jeden von ihnen eine passende Medizin! Das wünschte ich mir so sehr. Immer wieder kamen Reisende in unsere Stadt. Sie erzählten, ein gewisser Jesus würde Kranke heilen. Blinde könnten wieder sehen, Taube würden wieder hören. Ich war sehr neugierig! Davon wollte ich mehr wissen. So machte ich mich auf die Suche nach den Menschen, die viel über diesen Jesus wussten.
Nun, es gehörte einfach zu meinen Angewohnheiten, mir stets präzise Notizen zu machen. Wenn ich jemanden traf, der etwas von Jesus wusste, schrieb ich sofort jedes Detail auf. Wie aufregend, dass Jesus die Schwiegermutter des Petrus geheilt hat. Oder den Aussätzigen. Unfassbar, dass die Jünger beim Fischen nach einer ergebnislosen Nacht plötzlich übervolle Netze hatten.
Was mich besonders interessiert hat: Wie kam Jesus eigentlich zur Welt? Wo und wann wurde er geboren? Oh ja, da habe ich besondere Nachforschungen unternommen. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass er in einem einfachen Stall zur Welt kam. Alle diese Geschichten über Jesus habe ich dann in einem Buch aufgeschrieben.
Als ich so viel über Jesus erfahren habe, wurden mir natürlich auch unzählige Geschichten über die Apostel erzählt, besonders über Petrus und Paulus. Es ist atemberaubend, was die beiden erlebt haben, nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war. Da habe ich kurzerhand noch ein zweites Buch geschrieben, die Apostelgeschichte. Weißt du, wer ich bin?
Der Steuereintreiber
Lange wusste ich nicht, was ich später mal werden soll. Das war qualvoll. Zahlen waren mein Ding. Ich war genau und präzise. Die Römer suchten gerade genau solche Menschen. Sie brauchten Hilfe beim Eintreiben der Steuern. Ich ahnte schon, dass ich viele Freunde verlieren würde, wenn ich diesen Beruf ergreifen würde. Aber von irgendetwas musste ich ja leben.
Also bewarb ich mich und bekam den Job. Jeden Tag sorgte ich dafür, dass die Menschen brav ihre Steuern zahlten. Taten sie das nicht, musste ich mit Strafen drohen. Eines Tages geschah das Unerwartete: Jesus kam vorbei. Immer wieder hatte ich von ihm gehört. Er schaute mir in die Augen. Liebevoll. Und dann sagte er zu mir: „Hey, komm mit! Lass hier alles zurück.“ Ich konnte es nicht fassen. Schließlich war ich durch meinen Beruf kein besonders vorbildlicher Jude gewesen und viele Landsleute verabscheuten mich, da ich mit den Besatzern zusammenarbeitete.
Am Abend hatte ich mich mit einigen Kollegen verabredet. Jesus wollte nicht, dass ich ihnen absage und ich habe ihn und seine Freunde einfach auch noch eingeladen. Dieser Abend in meinem Haus hat Jesus ziemlich viel Ärger eingebracht. Aber für mich war es der Beweis: Jesus möchte wirklich mit mir befreundet sein. Und er verzeiht mir meine Fehler. Das war das größte Geschenk meines Lebens. Weißt du, wer ich bin?
Ein Fischer
Es war ein ganz normaler Tag. Mein Bruder und ich saßen im Boot. Wir mussten die Netze sortieren und aufräumen. Da kam Jesus vorbei, zusammen mit Simon und Andreas. Und ohne lange Umschweife meinte er: „Kommt mit! Ich mache euch zu Menschenfischern“. Jakobus und ich schauten uns an. Jesus hatte uns mit so viel Liebe und Klarheit aufgefordert, wir konnten seinen Worten nicht widerstehen. Wir ließen alles zurück und gingen mit ihm. Es dauerte nicht lange, bis ich Jesus ins Herz geschlossen hatte. Wenn er betete, war er mit ganzem Herzen bei der Sache und sprach mit seinem Papa im Himmel. Wenn er bei den Leuten war, sorgte er sich um ihre Nöte. Jesus gönnte sich keine Ruhe.
Einmal nahm er Jakobus, Petrus und mich auf einen hohen Berg mit. Was dort passierte, werde ich nie vergessen. Jesus leuchtete in ganzer Schönheit und in vollem Glanz. So schön haben wir ihn bis zu seinem Tod nie wieder gesehen. Ich war sicher: Er ist wirklich Gott!
Auch nach dem letzten Abendmahl nahm er uns drei wieder mit: Er wollte, dass wir im Garten mit ihm beten. Da haben wir ziemlich versagt, denn wir waren müde und sind immer wieder eingeschlafen. Es tut mir so leid, aber ich hatte einfach keine Kraft.
Du kannst dir vorstellen, dass diese Tage für uns schrecklich waren. Jesus wurde gekreuzigt. Mit Maria und ein paar anderen stand ich dabei. Es hat uns das Herz zerbrochen. Jesus hatte es schon angekündigt, aber wir haben nicht wirklich verstanden, was er meinte. Er starb für unsere Sünden. Wie lieb hat Jesus jeden von uns, mich und dich! Das habe ich unter dem Kreuz ein bisschen besser verstanden. Am nächsten Morgen habe ich ein kleines Wettrennen mit Petrus veranstaltet. Wir wollten beide so schnell wie möglich zum Grab kommen. Und wir staunten, weil es leer war. Da gingen uns die Augen auf: Er ist auferstanden! Weißt du, wer ich bin?
Der Abenteurer
Ich erzähle euch, was mir Spannendes passiert ist: Jesus war schon gestorben und auferstanden. Eines Nachts waren wir zuhause, zusammen mit einigen Gästen. Das waren Menschen, die Jesus sehr liebhatten. Wir haben zusammen gebetet. Ehrlich gesagt waren wir traurig und ängstlich, weil Petrus verhaftet worden war. Plötzlich klopfte jemand an unserem Tor. Alle zuckten zusammen. Rhode, unsere Magd, lief hin.
Sie erkannte an der Stimme, dass es Petrus war. Aber sie vergaß vor Freude, ihm die Tür zu öffnen, rannte zu uns ins Wohnzimmer und erzählte es uns. Wir dachten, sie sei verrückt, Petrus war ja gefangen. Dann klopfte es wieder und sie öffnete ihm nun endlich. Petrus kam herein und erzählte uns, dass ein Engel in seine Gefängniszelle eingetreten war, ihn geweckt und aus dem Gefängnis geführt hatte, an allen Wachen vorbei, ohne dass sie es merkten. Petrus verließ uns noch in derselben Nacht. Ihr könnt euch vorstellen, welche Aufregung es am nächsten Tag bei den Wachen gab.
Irgendwie hat mich Petrus fasziniert. Von ihm habe ich so viel über Jesus erfahren und aufgeschrieben. Und genau so war ich von Paulus begeistert. Später durfte ich mit ihm umherziehen. Als wir in Pamphylien waren, musste ich Paulus leider alleine lassen und nach Jerusalem zurückreisen. Deswegen gab es später etwas Streit. Aber dann bin ich mit einem anderen Christ namens Barnabas erneut aufgebrochen. Und ja – Paulus hat mir später verziehen. Weißt du, wer ich bin?
Du kommst nicht auf die Lösung? Schau in der Bibel nach oder frag einen Pfarrer oder deine Eltern.
Die Geschwister Ballestrem sind gemeinsam in der Kinder- und Jugendpastoral tätig. Bernadette ist gottgeweihte Frau im Regnum Christi, Raphael ist Priester in der Gemeinschaft der Legionäre Christi.
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.











