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USA: Bischof prangert Genderideologie an katholischen Schulen an

Der Bischof der US-Diözese Spokane, Thomas Daly, kritisiert, dass die Genderideologie in katholischen Privatschulen Einzug halte. Er fordert, zur Lehre der Kirche zurückzukehren.
Transgenderpolitik in Schulen
Foto: IMAGO/Walter G. Allgöwer | "Wir sind als Mann und Frau nach dem Bilde und Gleichnis Gottes erschaffen – der Gedanke, uns selbst [Mann und Frau] zuzuweisen, ist eine Lüge."

Das katholische Magazin „Crisis“ hat den Bischöfe von Spokane im US-Bundesstaat Washington, Thomas Daly, in Bezug auf die auch in katholischen Privatschulen immer gängiger werdende Praxis befragt, eine säkulare Transgenderpolitik in ihre schulischen Richtlinien mit aufzunehmen. Der Vorsitzende des Komitees für die katholische Erziehung der US-amerikanischen Bischofskonferenzen stellt in dem Gespräch fest, dass die Mission der katholischen Schule darunter entsetzlich leide.

Er denke zunehmend über die Wahrheit nach, so Daly. In Bezug auf die genderpolitischen Richtlinien beispielsweise der „Interscholastic Athletic Association of Maryland“ (IAAM), biologisch männliche Schüler an sportlichen Wettkämpfen weiblicher Schüler teilnehmen zu lassen, erklärte der Bischöfe: „Steckt in dieser Vorgehensweise etwas Wahres? Nein. Wir sind als Mann und Frau nach dem Bilde und Gleichnis Gottes erschaffen – der Gedanke, uns selbst [Mann und Frau] zuzuweisen, ist eine Lüge. Dieser Gedanke hat uns in unserer Kultur auseinandergerissen, und besonders schwer getroffen sind unsere jungen Menschen. Wenn wir innerhalb der Kirche der Jugend ein klares Verständnis unserer christlichen Anthropologie verweigern, schaden wir ihr zutiefst. Und das ist etwas, für das wir uns vor Gott verantworten werden.“

Neue Gendervorstellungen habe nichts mit Barmherzigkeit zu tun

In der modernen Gesellschaft, so Bischöfe Daly weiter, sei das neue Waisenkind, um das wir uns Christus zufolge kümmern sollten, „der leicht zu beeinflussende junge Mensch, der durch das verwirrt wird, was einige in der Kirche ihm erlauben zu glauben. Wenn das Kind unter der Schutzherrschaft der Kirche verwirrt sein darf, ist der angerichtete Schaden unbeschreiblich“. Denn wir seien dazu berufen, Christus nachzufolgen und allen jungen Menschen zur Heiligkeit zu verhelfen und sie zu beschützen: „Als Katholiken sind wir dazu berufen, prophetisch voller Barmherzigkeit sowie mitfühlend zu sein, doch diese Zustimmung zu neuen Gendervorstellungen hat nichts mit Barmherzigkeit und Mitgefühl zu tun. Sie hat mit Verwirrung zu tun, die ins Chaos führt“.

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Den katholischen Schulen fehle es an katholischer Führungsstärke. Einige Bischöfe hätten mit ihrer Ablehnung der vollständigen Lehre der katholischen Kirche kapituliert und alte katholische Normen verändert – „im Austausch für staatliche Gelder“. Die Erzdiözese Baltimore etwa habe Millionen an Dollar vom Bundesstaat Maryland in Form von Stipendien erhalten. So sei – laut Crisis – in einigen der eigenen Lehrbücher der Erzdiözese eine staatlich verordnete „Nicht-Diskriminierungs-Richtlinie“ enthalten, die „nicht-öffentliche Schulen“, die staatliche Mittel beanspruchen, dazu verpflichte, „sexuelle Orientierung oder Genderidentität“ nicht zu diskriminieren.

Bischöfe Daly sagte dem Magazin gegenüber, dass andere Bischöfe und Schulleiter Angst davor hätten, gegen ungesunde moderne Trends anzukämpfen: „Viele Menschen sind schwach; sie wollen mitmachen, um keine Probleme zu bekommen. Doch die Kirche muss darauf in einer Weise reagieren, die in totaler Treue zu dem steht, was die Kirche lehrt. Das ist alles. Sie kann nicht weltlichen Trends nachgeben“. Er habe gemerkt, dass die Schulen „äußerst stark von schädlichen kulturellen Tendenzen beeinflusst werden. Das Problem ist nicht die Kirche in der Welt – das Problem ist die Welt in der Kirche“.

Kapitulation unter dem Deckmantel sozialer Gerechtigkeit

Schulleiter sollten daher mit einer „klaren katholischen Botschaft reagieren“. Schließlich seien auch die Laien „frustriert von der Führungsschwäche bestimmter Bischöfe. Denn es ist die Aufgabe des Bischöfe als Nachfolger der Apostel, die Aufgabe von Christi eigener Mission zu übernehmen – und die besteht darin, Seelen zu retten. Das ist eine gewaltige Verantwortung, die wir als Bischöfe tragen. Wir können nicht zulassen, dass das Säkulare das Sakrale überholt“. 

Aber Bischöfe Daly sprach auch von ermutigenden Nachrichten. So habe die Erzdiözese Sioux Falls in South Dakota erst kürzlich ein Positionspapier veröffentlicht, das sich für die korrekte kirchliche Lehre über die sexuelle Identität einsetzt. Diese Leitlinien forderten von Schülern, sich im Einklang mit ihrem biologischen Geschlecht zu identifizieren und zu verhalten. Diese Vorgehensweise stehe in Übereinstimmung mit Leitlinien, die bereits von den Diözesen Green Bay in Wisconsin, Lafayette in Louisiana und Arlington in Virginia herausgegeben wurden. „Es betrübt mich, dass manche Bischöfe, katholische Bildungsdirektionen und Schulen kapituliert haben. Verwässerte Lehren der Kirche unter dem Deckmantel sozialer Gerechtigkeit sind auf Kosten der Seelenrettung hervorgehoben worden. So viele katholische Schulen haben sich jetzt der woken Agenda angepasst. Wenn Schulen sich anschicken, die woke Agenda, kritische Rassentheorien sowie die ungezügelte Agenda der sozialen Gerechtigkeit zu übernehmen, bekommen sie von mir ein Ungenügend – weil sie an unseren Kindern versagt haben“, so der Vorsitzende des Komitees für die katholische Erziehung der US-amerikanischen Bischofskonferenzen weiter.

Zu viele Schulen hätten die Lehre der Kirche beeinträchtigt – „wegen des Geldes, aus Angst, um der Gesellschaft zu gefallen, oder weil sie einfach nicht mehr glauben. Wir können nicht das Schlimmste unserer Kultur definieren lassen, wer wir als katholische Schulen sind“.  DT/kks

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