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Priesterin? Nein danke!

... und die katholische Kirche ist trotzdem nicht frauenfeindlich! Annemarie Nied erklärt ihren Glauben auf Instagram, um Christus zu verkünden. Entschieden, gebildet und betend.
Annemarie Nied
Foto: Lemmy Ogbonnaya Ijioma | Annemarie war letzten Sommer in Rom und nutzte die Kulissen, um Videos für ihren Instagram-Account zu drehen.

Frauen werden nie Priesterinnen in der katholischen Kirche sein. Ist das nicht unfassbar frauenfeindlich?“, und dramatisch, wie die Musik klingt, die Annemarie Nieds Erklärvideo zu dem vieldiskutierten Thema hinterlegt? Überhaupt nicht, sagt Annemarie – obwohl auch sie katholische Theologie studiert. Besser gesagt: gerade WEIL auch sie katholische Theologie studiert. Denn sie lernte dadurch: Der Priester repräsentiert in der Messe und in der Beichte Christus. „Ich als Frau könnte das gar nicht“, erklärt sie. „Damit kann ich als emanzipierte Frau sehr gut leben. Jesus hat Maria und Maria Magdalena explizit hervorgehoben“, kommentiert jemand unter dem Video. Ein anderer kontert: „Schon mal von der altkatholischen Kirche gehört? Katholisch und Frauenweihe geht zusammen.“ Die Diskussion ist eröffnet.

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Annemarie ist Mitte 20 und wohnt in Salzburg. „Ich möchte junge Katholiken davon begeistern, wovon ich begeistert bin“, sagt sie im Gespräch mit der „Tagespost“. Im Alltag und auf Instagram, weshalb sie christliche Influencerin wurde. „Die Jugendlichen konsumieren mehr Social Media, als dass sie Bücher lesen. Von Christus hört man auf Social Media wenig. Ich finde, wir haben den Ruf, ihn dort zu verbreiten“, ist ihre Meinung. „Der Herr wird immer seine Wege finden. Ich freue mich aus der Tiefe meines Herzens, dass ich da ein Werkzeug sein kann, aber die Verkündigung letztlich nicht von mir abhängt.“

Eigentlich ihr Privataccount

Früher veröffentlichte sie Fotos aus ihrem Privatleben – Annemarie in den USA, mit Freunden, in Salzburg. Bibelsprüche standen schon damals unter ihren Bildern, weil ihr der Glaube immer wichtig war. Mittlerweile, nun studiert sie, geht es auf ihrem Account „waiting_for_his_glory“ um das Zölibat, um kirchliche Dogmen, die päpstliche Unfehlbarkeit und eucharistische Wunder. Sie erhoffe sich, so alle Christen anzusprechen – „die charismatischen wie die traditionellen“.

„Was mich gerade bewegt, das teile ich“, sagt die junge Frau. Jetzt macht es auch Sinn, dass sie in einem Video zu fliegen scheint: Dieses handelt vom heiligen Joseph von Copertino, der nach der Überlieferung beim Beten manchmal schwebte. „Es gibt in der katholischen Kirche viele kostbare Schätze, die drohen, unterzugehen. Ich versuche, sie leicht verständlich herüberzubringen“, begründet Annemarie, wieso sie über diesen Heiligen berichtete. Ihre Videos sind bildreich und leicht verständlich: Mit KI erstellte „Priesterinnen“ laufen in dem Beitrag zum „Frauenpriestertum“ durch die Kirche. Passend zu dem, was Annemarie gerade sagt, werden Fotos eingeblendet: Papst Franziskus mit einem Kind, ein Ehepaar, die Kirchenlehrerin Thérèse von Lisieux, eine Familienmutter und ein Kloster. Und dazwischen sieht man Annemarie mit ihrem walnussgroßen Ansteckmikrofon in der Hand, bei Sonnenschein, den Salzburger Dom und grüne Bäume im Hintergrund.

Ganz normal sein

„Ich habe ein strenges Gebetsleben, dafür, dass ich nur ein Gen-Z-ler auf Instagram bin“, sagt Annemarie. „Ich liebe den Rosenkranz“ – wie man sieht. Auf einem Video gleiten die hellblauen Perlen durch ihre Finger, deren Nägel im matten Rosé lackiert sind. Außerdem geht Annemarie häufig in die heilige Messe, betet das Stundengebet und verbringt Zeit in der eucharistischen Anbetung. Dank des Gebets kämen ihr die Ideen für neue Videos. „Sie entspringen wie aus einer Quelle. Gott schenkt mir die Gedanken: morgens, abends, in der Uni, beim Beten, beim Essen.“

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Sie versuche, Jüngeren ein Vorbild zu sein, wolle durch Instagram mit ihnen in Kontakt treten – von „Herz zu Herz“. Damit sie „Heimat finden“ können. „Das hätte ich als Jugendliche selber gebraucht, um zu spüren: Ich bin nicht alleine.“ Wenn jemand in seinem Umfeld keinen Anschluss zu Christen habe, könne sie Tipps geben. „Ich bin gut vernetzt in der christlichen Welt, schon mein ganzes Leben lang.“ Herausfordernd sei bei all dem: sich nicht selbst darzustellen. „Wenn man nur auf sich ausgerichtet ist, kann es das Herz vergiften. Man hat keinen Platz für Gott“, gibt Annemarie zu bedenken. Trotzdem postet sie immer wieder Bilder von sich – geschminkt, in langen Kleidern, auf Partys. „Ich muss als normaler Mensch auftreten, um authentisch herüberzukommen. Als Christin, die viel betet – und trotzdem nicht im Kloster lebt. Damit junge Menschen verstehen: Christliches Leben im Alltag ist möglich.“

Zu Annemaries Instagram-Account geht es hier: @waiting_for_his_glory

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