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EWTN in spanischer Diözese verboten

Der neueingeführte Bischof von San Sebastián in Nordspanien hat mittels eines Dekrets verboten, dass das bistumseigene Fernsehen EWTN-Inhalte ausstrahlt.
EWTN gilt als das größte katholische Medienkonglomerat der Welt
Foto: wikicommons | EWTN gilt als das größte katholische Medienkonglomerat der Welt. Zu den von mehr als 380 Millionen Haushalten, die in 150 Ländern EWTN-Fernsehprogramme sehen, gibt es auch eigene Radioprogramme und Hunderte von ...

Der neue Bischöfe von San Sebastián, Fernando Prado Ayuso, hat beschlossen, keine Inhalte des EWTN-Kanals im diözesanen Fernsehen BETANIA auszustrahlen. In einem am 19. Dezember 2022 – zwei Tage nach seiner Bischofseinführung – unterzeichneten, aber erst am 12. März durch einen Tweet des Journalisten Austen Ivereigh bekannt gewordenen Dekret heißt es: „Kraft der Befugnisse, die ich als Diözesanbischof über die Organisation der Kommunikationsmedien in der Diözese habe, und um die Gemeinschaft der Diözese mit dem Nachfolger Petri zu fördern, verordne ich hiermit, dass in Zukunft und bis auf weiteres keine Inhalte des EWTN-Kanals im diözesanen Fernsehsender BETANIA ausgestrahlt werden.“

Zu viel Papst-Kritik bei EWTN?

Das Portal „InfoCatólica“ weist darauf hin, dass Bischöfe Prado Ayuso nicht angegeben habe, „inwiefern die Ausstrahlung von EWTN-Inhalten, die der Lehre der Katholische Kirche treu sind, die Gemeinschaft mit dem Papst beeinträchtigen könnte“, sowie darauf, dass EWTN 2009 von Papst Benedikt XVI. das Kreuz Pro Ecclesia et Pontifice für besondere Verdienste um die Kirche erhalten habe. 

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Dass EWTN-Geschäftsführer Michael Warsaw Berater des vatikanischen Dikasteriums für Kommunikation ist, merkt Elise Ann Allen auf der englischsprachigen Online-Plattform „cruxnow.com“ in dem Zusammenhang an. Der Sender sei jedoch immer wieder wegen seiner kritischen Berichterstattung über Papst Franziskus in die Kritik geraten. Laut Allen habe der Papst auf „einen großen katholischen Fernsehsender“ verwiesen, „der nicht zögert, ständig schlecht über den Papst zu sprechen“. Obwohl er keine Namen genannt habe, sei „die Bemerkung von vielen als an EWTN gerichtet interpretiert.“

Elise Ann Allen gibt weitere Kritiken an EWTN wieder, etwa eine Äußerung von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der im Oktober 2022 den Sender „erneut zu tadeln schien“, als er dem Sender sagte, katholische Medien müssten in einem „Geist der Gemeinschaft mit dem Papst“ arbeiten. Parolins Kommentar sei die Reaktion auf ein brisantes EWTN-Interview mit Kardinal Gerhard Müller, in dem der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation die von Papst Franziskus ernannten Leiter der weltweiten Synode zur Synodalität heftig kritisiert habe. 

EWTN gilt als das größte katholische Medienkonglomerat der Welt. Zu den von mehr als 380 Millionen Haushalten, die in 150 Ländern EWTN-Fernsehprogramme sehen, gibt es auch eigene Radioprogramme und Hunderte von angeschlossenen Radiosendern in der ganzen Welt. Darüber hinaus betreibt EWTN den „National Catholic Register“ sowie eine in mehreren Sprachen erscheinende Online-Nachrichtenagentur, die „Catholic News Agency“ CNA.  DT/jg

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