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Sie ist kein Teufel – und trägt nicht Prada

Präfektin des Dikasteriums für Kommunikation: Dem ersten Laien im Amt folgt mit María Montserrat Alvarado die erste Frau im Amt, acht Jahre nach der Ernennung ihres Vorgängers.
Feuilletonredakteur Henry C. Brinker, Papst Leo XIV., María Montserrat Alvarado
Foto: IMAGO / Catholicpressphoto | Definitiv kein schlampiger Auftritt: María Montserrat Alvarado mit Papst Leo XIV.

Bei den biblischen Zahlen symbolisiert die Zahl acht Übergang, Auferstehung – oder den vollendeten Neubeginn. Doch den markiert die ehemalige Nachrichtenchefin von EWTN-News derzeit kaum, wenn man die ersten äußerlichen Zeichen deuten will. Man muss kein Volontariat bei der „Vogue“ absolviert haben, um die bisherige Garderobenwahl der Pressechefin von Papst Leo ob ihrer Zeichenhaftigkeit zu analysieren. Die stärksten Bilder bei Begegnungen mit dem Papst in ihrer Zeit bei EWTN datieren auf den 12. Mai und den 6. September bei der National Youth Conference. Ältere Pressefotos zeigen sie offiziell in schwarzem Kleid mit plissiertem Rock bis unters Knie, die schwarze Mantilla folgt dem gültigen Comment der Kopfbedeckung bei Frauen, die Schuhe geschlossen, eine Marien-Medaille als schlichter Schmuck. Auf anderen Schnappschüssen trägt sie im Dienst bei Vatikan-Einsätzen gedecktes Schwarz mit zurückhaltenden, goldfarbenen Applikationen.

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Vor der Kamera, in ihrem regelmäßigen Roundtable-Talk-Format zu politisch-kulturellen Themen, bevorzugte sie bisher pastellige Farben aus der Rot-Familie wie ein vornehmes Altrosa. Besonderen Wert legt Alvarado auf eine jederzeit tadellose Frisur. Ihr dunkles Haar trägt sie schulterlang als Long-Bob: Das Gesicht ist frei, die Frisur nach unten perfekt eingedreht. Die ursprünglich aus Mexiko stammende US-Amerikanerin María Montserrat Alvarado weiß genau, dass die Welt auf sie schaut. Denn ihre Vita ist weniger journalistisch als medienstrategisch ausgerichtet. 2009 war sie beim Becket Fund für religiöse Freiheit eingestiegen, einer Washingtoner Non-Profit-Kanzlei, wo sie bis zur Vizepräsidentin und Geschäftsführerin aufgestiegen war. Der demonstrativ kultig-verschlampte Auftritt mancher Journalisten bei öffentlichen Anlässen ist ihr Ding nicht. Jeans und ärmellose Tops sind somit tabu.

Bei Alvarado ist der fehlerfreie Auftritt nicht nur sich selbst geschuldet, sondern auch ihrem alten Medium EWTN. Lange lag der Sender im Clinch mit Papst Franziskus, in der Beziehung zum Vatikan gab es, vorsichtig ausgedrückt, schwere Sende- und Empfangsstörungen. EWTN hatte allerdings auch mächtig Gas gegeben, wenn es darum ging, papstkritischen Einstellungen Gehör zu verschaffen. Die Kardinäle Raymond Leo Burke und der deutsche Gerhard Ludwig Müller und, schlimmer, der rechte Trumpist Steve Bannon: Die wohlwollende und wenig kritische Begleitung von Auftritten Franziskus-skeptischer Gesichter und Stimmen hatte den Papst verärgert. Der Sender sei ein „Werk des Teufels“. Dem ist nun sichtbar nicht mehr so. María Montserrat Alvarado ist kein Teufel – und sie trägt auch kein Prada.

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