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Ein Märtyrer im Kugelhagel

Er wurde in der Kirche erschossen: Der Priester Dario Acosta Zurita war mit nur 22 Jahren einer der jüngsten Märtyrer des mexikanischen Bürgerkrieges.
Dario Acosta Zurita
Foto: Wikimedia Commons | Dario Acosta Zurita war ein eifriger Katechet und Beichtvater.

Seligsprechungen sind dem liturgischen Wandel unterworfen. Die Erhebung des Mexikaners Dario Acosta Zurita zur Ehre der Altäre veranschaulicht das. Bis 1662 hatte der Ritus auf lokaler Ebene stattgefunden. Papst Alexander VII. zentralisierte ihn, als er am 8. Januar 1662 die Seligsprechung von Franz von Sales durch den Bischof von Soissons nicht in dessen Heimatdiözese, sondern in der Petersbasilika in Rom vornehmen ließ. 1971, ab der Seligsprechung von Maximilian Kolbe, wurden die Seligsprechungen ganz zur „Chefsache“: Die Seligsprechungsmesse wurde nicht nur in Rom, sondern auch unter dem Vorsitz des Papstes gefeiert.

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So kam es, dass Johannes Paul II. in seinem langen Pontifikat – entgegen der Tradition – unverhältnismäßig viele Seligsprechungen vornahm. Benedikt XVI. verlegte ab 2005 die Seligsprechungen wieder in die Ortskirchen. Zu den ersten „dezentralisierten“ Seligsprechungen gehört die von 13 Märtyrern aus dem mexikanischen Bürgerkrieg, darunter der 22-jährige Neupriester Dario Acosta Zurita.

Dario Acosta Zurita wurde am 14. Dezember 1908 in Naolinco in der Diözese Veracruz an der mexikanischen Ostküste geboren. Der bescheidene Wohlstand seiner Familie ging in den revolutionären Unruhen, die das mittelamerikanische Land ab 1910 erschütterten, verloren. Darios Vater verkraftete dies nicht: Er starb an einem Herzinfarkt, und die Mutter blieb mit fünf Kindern allein zurück. Aufgrund der wirtschaftlichen Not musste Dario schon als Kind durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Er entwickelte früh ein großes Verantwortungsbewusstsein und schöpfte Kraft aus dem Glauben und der Liebe zur Kirche.

1919 wurde der – später ebenfalls seliggesprochene – Rafael Guizar y Valencia zum Bischof von Veracruz ernannt. Auf der Suche nach Nachwuchs für das Priesterseminar kam er auch nach Naolinco. Dario wünschte sich inständig, von ihm mitgenommen zu werden, wurde aber enttäuscht. Der Bischof hielt ihn nicht für geeignet und sah auch, dass der Junge in der Familie gebraucht wurde. Traurig berichtete Dario seiner Mutter von der Ablehnung, die daraufhin zum Pfarrer ging, um sich mit ihm zu beraten. Zusammen gingen sie nach Veracruz, um den Bischof umzustimmen, und hatten Erfolg: Dario wurde in das Priesterseminar aufgenommen, und die Entscheidung erwies sich als richtig. Er widmete sich eifrig dem Studium, zeigte eine tiefe Frömmigkeit und war gleichzeitig lebenslustig. Er liebte den Sport, vor allem Fußball, wo er als Kapitän einer erfolgreichen Mannschaft vorstand.

Am 25. April 1931 erlebte Dario den Höhepunkt seines Lebens, als er in Mexiko-Stadt zum Priester geweiht wurde. Am folgenden Tag reiste er zurück nach Veracruz, wo er seine erste Messe feierte und anschließend den Dienst in einer Pfarrgemeinde aufnahm.

Er widmete sich vor allem dem Katechismusunterricht und – trotz seines jugendlichen Alters – der Beichte. Das sorglose Leben in der Pfarrgemeinde währte jedoch nicht lange: Am 18. Juni 1931 erließ der Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Veracruz die sogenannte „Ley Tejeda“: ein Dekret, das – auf der Grundlage der 1917 in Kraft getretenen antiklerikalen mexikanischen Verfassung – die drastische Reduzierung der Zahl der katholischen Priester vorschrieb. Auch Dario bekam als Neupriester die Anweisung, zusammen mit weiteren Priestern die Pfarrgemeinde zu verlassen. Gemeinsam beschlossen sie jedoch zu bleiben und ihren Dienst fortzusetzen.

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Niemand konnte ahnen, welch furchtbare Konsequenzen dies haben würde: Am 25. Juli 1931 drangen Soldaten in die Kirche ein, in der zahlreiche Gläubige darauf warteten, die Beichte abzulegen. Vor ihren Augen und den Augen vieler Kinder in der Kirche eröffneten die Soldaten das Feuer auf die beiden anwesenden Priester. Während sein Mitpriester schwer verletzt wurde, brach Dario unter dem Kugelhagel zusammen und konnte nur noch den Namen Jesu aussprechen, bevor er starb. Mit nur 22 Jahren war er wohl der jüngste Priester unter den zahlreichen Märtyrern des mexikanischen Bürgerkriegs, die im Laufe der Jahre – in Rom oder lokal – seliggesprochen wurden.

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