Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Zen kritisiert Bergoglio-Pontifikat

„Lächerlich und beinahe blasphemisch“

Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
Jimmy Lai National Security Trial / Verdict / Guilty On All Charges / Hong Kong
Foto: IMAGO/Liau Chung-ren (www.imago-images.de) | Kämpfer an vielen Fronten: Kardinal Zen begleitet Mitte Dezember die Frau des katholischen Regimekritikers und Medienunternehmers Jimmy Lai zu einem Gerichtstermin in Hongkong.

„Beinharte Manipulation“ durch „bergoglianische Synodalität“? Bei der ersten Versammlung seiner Kardinäle, dem außerordentlichen Konsistorium in Rom, durfte sich Papst Leo XIV. auch scharfe Kritik an seinem Vorgänger anhören. Wie die „Catholic News Agency“ berichtet, hat sich der emeritierte Hongkonger Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (94), der als prominenter Franziskus-Kritiker galt, bei einer Aussprache auf dem Konsistorium in harschen Worten über den weltweiten Synodalen Prozess geäußert.

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Die „beinharte Manipulation“ („ironclad manipulation“) des Prozesses sei eine „Beleidigung der Würde der Bischöfe“, und die „permanente Bezugnahme auf den Heiligen Geist“ sei „lächerlich und beinahe blasphemisch“. Angefügt ist dem Zitat (den Text des Statements veröffentlichte der Blog „College of Cardinals“ vollständig) in Klammern: „Sie erwarten Überraschungen vom Heiligen Geist; welche Überraschungen? Dass er zurückweist, was er der zweitausendjährigen Tradition der Kirche eröffnete?“

Auch am Schlussdokument der Weltsynode in Rom, die Franziskus kurzerhand als „Lehramt“ deklariert hatte, ohne ein gesondertes nachsynodales Schreiben zu verfassen, übte Zen demnach Kritik. Obwohl der Papst das Dokument als „magisterium“ bezeichnet habe, habe er doch gesagt, es sei nicht „strikt normativ“ und benötige verschiedene Umsetzungen in unterschiedlichen Kontexten. Er, Zen, frage sich, ob denn der Heilige Geist dafür garantiere, dass keine widersprüchlichen Interpretationen aufträten. Zen äußerte in diesem Kontext auch die Sorge, es werde zu einer Spaltung der katholischen Kirche ähnlich der in der anglikanischen Welt kommen. Papst Franziskus, so das Fazit des Salesianer-Kardinals, habe „das Wort Synode ausgebeutet, aber die von Paul VI. gegründete Bischofssynode zum Verschwinden gebracht“. (DT/jra)

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