Mit dem „logo!“-Beitrag zum Ende des Ramadans und den neuen Kirchenaustrittszahlen hat sich das ZDF selbst übertroffen. Das Kinderprogramm malt den lieben Kleinen in den buntesten Farben die fröhliche Zuckerwelt des Islam am heutigen Fest Eid al-Fitr aus, um ihnen im Anschluss das düstere Bild eines verbrecherischen, rückwärtsgewandten Christentums der Macht- und Geldgier zu präsentieren, das heute keinen mehr interessiert. Böse Kirche, guter Islam: Die Aufmachung – fröhliche Bewegtbilder zum Zuckerfest, düstere Zeichnungen zum Christentum – unterstreicht die Botschaft. Die gesamte Sequenz dauert insgesamt kindgerechte sechs Minuten und sei wärmstens als Anschauungsmaterial für den journalistischen Ethos unseres gebührenfinanzierten Rundfunks empfohlen.
Der pädagogische Ansatz lautet ja, zu vermittelnde Inhalte müssten an der Erlebnis- und Erfahrungswelt der Kinder anknüpfen. Es muss aber auch den Machern der Sendung bewusst sein, dass diese im zum Teil krassen Widerspruch zur Erfahrungswelt bereits der jüngeren Generation steht. Auch und gerade Kinder haben darunter zu leiden, wenn Weihnachtsmärkte aufgrund der islamistischen Bedrohung ausfallen oder nur unter drastischen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden können. Aus Schulen mehren sich die Berichte über nicht muslimische Kinder, die gemobbt werden, weil sie kein Kopftuch tragen, Schweinefleisch essen oder im Ramadan nicht fasten. Dass Kinder im christlichen Kontext mit Ablassbriefen oder Kreuzzugspredigten konfrontiert werden, dürfte hingegen, nun ja, zur quasi nicht existenten Ausnahme gehören.
Während sich „logo!“ nicht scheut, den Kindesmissbrauch in christlichen Kirchen anzusprechen, sind Kinderehen, Genitalverstümmelungen, Ehrenmorde, Einschränkungen der persönlichen Freiheit in islamischen Staaten und Herabsetzung der Frau im Islam offenbar den zarten Gemütern nicht zumutbar. „Antimuslimischen Rassismus“ nicht befördern, dürfte hier das vordergründige Argument lauten. Den Christen gegenüber, die in Europa unter zunehmenden Anfeindungen bis hin zum Mord zu leiden haben, halten die Produzenten eine solche Zurückhaltung offenbar nicht für angebracht.
Das ist umso auffälliger, als die „logo!“-Sendung von Donnerstag in ihrer tendenziösen antichristlichen Ausrichtung keinesfalls alleine dasteht. Im Oktober erschien im ZDF-Format „unbubble“ die Sendung „Jesus Glow und Bibelverse: Sind Christfluencer gefährlich?“. Im November folgt bei „ZDFheute“ die Sendung „Was hinter dem Hype um Christfluencer steckt“. Im Dezember übernimmt die ARD mit der Dokumentation „Die hippen Missionare – mit Jesus gegen die Freiheit?“ (Die Tagespost hat berichtet.) Im Januar folgt „So radikal sind Christfluencer“ im Format „Die da oben!“ von funk, einem Gemeinschaftsangebot von ARD und ZDF. Das ZDF-Format „Die Spur“ veröffentlicht im Februar „Jung, gläubig, gefährlich? Wie christliche Influencer mit dem rechten Rand flirten“. Das wäre ja noch zu vertreten, wenn sich die genannten Formate mit gleicher Intensität an Islamisten abarbeiten würden, die in Deutschland auf offener Straße und in den sozialen Medien das Kalifat fordern.
Und jetzt das. Da drängt sich der Eindruck auf: Das ZDF ist auf einer Mission. Die Frage ist nur: auf welcher? Wer hat eigentlich beim ZDF so sehr darauf abgesehen, das Christentum zugunsten des Islam herunterzumachen? Angesichts dieser Art der tendenziösen Berichterstattung, die mit ihren Auslassungen schon an den Rand der Tatsachenverdrehung kommt, müssten Daniel Günther und Co. eigentlich spätestens jetzt ein ÖRR-Verbot für Unter-16-Jährige fordern.
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