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„Glaube an Christus fördert Versöhnung und gibt Orientierung“

Der Journalist und Politologe Christoph Irion sieht in Papst Franziskus ein Beispiel dafür, wie sich das angespannte Verhältnis zwischen Medien und Kirche verbessern lasse.
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Foto: Jens Kalaene (ZB) | ARCHIV - ILLUSTRATION - 01.02.2017, Berlin: Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand, mit dem sie das Internet-Portal der Süddeutschen Zeitung aufgerufen hat (gestellte Szene).

Der Journalist und Politologe Christoph Irion sieht die größte Herausforderung für den heutigen Journalismus im Zeit- und Kostendruck. „Es bleibt immer weniger Zeit für tiefgehende Recherche – und die ist heute so wichtig“, erklärt der Geschäftsführer des „Christlichen Medienverbunds KEP“ im Gespräch mit der „Tagespost“. Da Nachrichten die Konsumenten im Sekundentakt bedrängten, seien gut ausgebildete Medienprofis heute wichtiger denn je.

Um dem Trend der Verrohung der Sprache und des Umgangs miteinander in den Sozialen Medien wirksam zu begegnen regt Irion Seitenbetreiber dazu an, Kommentare löschen und Personen blockieren sollten, die nicht ein Mindestmaß an Zivilisiertheit erfüllen. Zudem sei es wichtig, „Hass nicht mit Hass zu bekämpfen, sondern mit Besonnenheit und Faktentreue“. Kaum jemand wolle sich an einer Diskussion beteiligen, in der Beleidigungen und Hass die Atmosphäre vergifteten.

Irion ist der Meinung, dass sich die Medien in häufigen Fällen mit der Wiedergabe von Interessenpositionen begnügten. Als Beispiele nennt er die Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Streit um Jerusalem, das iranische Atomprogramm oder die Diesel-Affäre. „Was wir brauchen, sind aufklärerische Medien, die Hintergründe verdeutlichen, die analysieren und uns in dieser komplizierten Welt sprachfähig machen.

In Papst Franziskus sieht Irion ein Beispiel dafür, wie sich das angespannte Verhältnis zwischen Medien und Kirche verbessern lasse. „Er ist kein moralischer Besserwisser, zeigt Demut, ist authentisch, setzt sich für Schwache ein – und er kann Entschuldigung sagen.“ Sein persönlicher Glaube spiele für seine journalistische Arbeit eine zentrale Rolle, erklärt Irion. „Der Glaube an Jesus Christus fördert Versöhnung und gibt Orientierung – gerade in Ethik- und Wertefragen.“ Manchmal erfordere es Mut, auch öffentlich zu diesen Überzeugungen zu stehen. „Aber es lohnt sich“, so Irion, der sich wünschen würde, dass auch in den Medien über Glaubensthemen inhaltlich mehr berichtet wird – nicht nur über die politischen Äußerungen von Würdenträgern. „In etlichen Redaktionen findet sich ein gewisser religiöser Analphabetismus.“

DT

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 12. Juli.

Themen & Autoren
Glaube Jesus Christus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Papst Franziskus Versöhnung

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