In England klagt aktuell die christliche Lehrerin Anita Meston gegen ihre verfrühte Entlassung. Sie erklärte Achtklässlern im Geschichtsunterricht, dass sie Abtreibung ablehne. Nach einer Beschwerde feuerte der Direktor sie von heute auf morgen. Eine andere tragische Geschichte, ebenfalls aus England: Isabel Vaughan-Spruce, ehrenamtliche Lebensschützerin, wird strafrechtlich und nach dem nationalen „Zensurzonengesetz“ verfolgt, weil sie im letzten Jahr vor einer Abtreibungseinrichtung in Birmingham still gebetet hatte.
Diese Umstände sind zu bedauern. Doch man sollte sich nicht zu sehr auf sie fokussieren und in eine Weltuntergangsstimmung verfallen. Man sollte die Augen nicht vor dem Leid verschließen, ihm jedoch auch nicht zu viel Raum geben. Denn Christsein besteht darin, in der Hoffnung (gegen alle Hoffnung) zu leben, weil Christus auferstanden ist. Und es gibt genug Grund zur Dankbarkeit, wie nur diese Beispiele zeigen: Papst Leo ist wieder gesund, die Anzahl der Katholiken ist auf 1,4 Milliarden Menschen weltweit gestiegen, Frankreichs bemerkenswerter Taufboom scheint kein Ende zu nehmen, an der Stanford-Universität in den USA finden in letzter Zeit auffällig viele junge Menschen zum katholischen Glauben. Oder, um mal auf den Alltag zu blicken: Wie schön ist der Herbst – und bald kommen die Advents- und Weihnachtszeit.
Hoffnung, die auf den Sieg Christi gründet
Blickt man auf die Lage in Frankreich, könnte man dennoch verbittern. Dort bestimmen Gewalt, Sachbeschädigung, Plünderungen und Konfrontationen die Realität. Die dortigen Bischöfe reagieren beeindruckend vorbildlich: Sie rufen zu einer „Liebe, die sich hingibt“ als Waffe auf. Sie ermutigen besonders die Jugend dazu, „gerecht und gut zu handeln“, sich „Zeit zum Beten zu nehmen“ und hoffnungsvoll zu bleiben. Ihre Hoffnung gründe letztlich auf den Sieg Christi, der mit seinem Kampf gegen Sünde und Tod „uns von allem Bösen“ befreie und uns zu allem Guten einlade.
Was die französischen Bischöfe der Jugend angesichts dieser Proteste mitgeben, ist allgemeingültig: Christen sind dazu berufen, in der Hoffnung zu leben. Sie sind eine „GmbH“, eine „Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung“. Man könnte seine Zeit damit verbringen, mit der Lupe nach allen möglichen Ungerechtigkeiten gegen Christen in der ganzen Welt zu suchen und sich darüber aufzuregen. Doch das würde nichts verbessern. Das Böse wird nur vom Guten besiegt. Man sollte sich nicht in einem übertriebenen Aktionismus um das Morgen sorgen, sondern versuchen, aus den einem von Gott gegebenen Lebensbedingungen das Schönste herauszuholen.
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