Angesichts der anhaltenden Proteste in Frankreich haben die Verantwortlichen der katholischen Jugendpastoral zum friedlichen Engagement aufgerufen. Unter dem Titel „Unsere einzige Waffe ist die Liebe, die sich hingibt“ hat die französische Bischofskonferenz einen offenen Brief veröffentlicht. Darin werden junge Katholiken ermutigt, sich für ihre Überzeugungen einzusetzen – mit Verzicht auf Gewalt und Konfrontation. Unterzeichnet ist der Brief von Bischof Jean-Philippe Nault, dem Verantwortlichen für die Jugendpastoral in der Bischofskonferenz, sowie von Pater Christophe Danset, dem nationalen Beauftragten für Jugendpastoral.
Die Protestbewegung gegen gesellschaftliche Entwicklung und mangelnde Zukunftsperspektiven für Schüler und Studenten zeuge über die konkreten Forderungen hinaus von einer „Sinnsuche und tiefen Besorgnis“, heißt es in dem Brief. Die „legitimen und genehmigten Demonstrationen“ seien jedoch leider von „Gewalttaten, Sachbeschädigungen, Plünderungen und Zusammenstößen“ begleitet worden, die „bei all jenen, die an den Frieden glauben, große Bitterkeit hinterlassen haben“.
Bischof Jean-Philippe Nault und Pater Christophe Danset greifen auf die Gebetsvigil zurück, die mit Papst Leo XIV. am 25. September im Stade de France stattfand. Der Papst habe den Teilnehmern zugerufen: „Ihr seid die Heiligen Frankreichs“, und sie aufgefordert, zu „Akteuren einer Geschichte zu werden, die von der Verwirrung zur Suche nach der Wahrheit übergeht“. Der Aufruf sei angesichts der Unruhen aktueller denn je.
„Meiden, anstreben und kämpfen“
Der Brief erinnert an die drei Verben, die der Papst den jungen Menschen auf den Weg gegeben habe: „meiden, anstreben und kämpfen“. Zu meiden seien „Hochmut, Gewalt und Habgier“. Anzustreben seien dagegen „Gerechtigkeit gegenüber den Menschen; Frömmigkeit und Glaube gegenüber Gott; Nächstenliebe gegenüber allen sowie Geduld gegenüber denen, die uns Leid zufügen“.
Auch das Kämpfen gehöre zum christlichen Leben. Allerdings müsse dieser Kampf mit den Waffen geführt werden, die einem Christen eigen sind: „Unser Kampf ist kein Kampf gegen andere, er bedient sich nicht der Waffen der Gewalt, der Verachtung oder der Unterdrückung. Unsere einzige Waffe ist die Liebe, die sich selbst verschenkt“, zitiert der Brief den Papst bei der erwähnten Gebetsvigil.
In einer Demokratie könne sich jeder für das einsetzen, „was wir für gerecht und gut halten“. Die Verfasser laden die jungen Menschen ein, sich „Zeit zum Beten zu nehmen“, allein oder in einer Gemeinschaft „nachzudenken und eure Gedanken auszutauschen, um zu verstehen, wo der Herr euch erwartet“. Die Hoffnung gründe letztlich auf den Sieg Christi: Nach seinem Kampf gegen Sünde und Tod befreie er „uns von allem Bösen“. Er „lädt uns zu allem Guten ein“. Der Brief endet mit einem ausdrücklichen Appell: „Habt Mut! Ihr seid die Heiligen Frankreichs, und wir zählen auf euch, damit ihr mit Freude Zeugnis von unserem Glauben ablegt!“
Jetzt die „Tagespost" abonnieren und nichts mehr verpassen.









