Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Der Staat Kalifornien will die Lufthoheit in den Schulen

Der in Kalifornien verabschiedete „Lehrplan für ethnische Studien“ will Schulkindern eine Ideologie aufzwingen.
Azteken-Gottheit
Foto: Joe Castro (AAP) | Seit Jahrzehnten werden indigene Religionen als Bestandteil der eigenen Identität in etlichen amerikanischen Ländern – auch in Mexiko und in den Vereinigten Staaten – gefördert.

Der kürzlich vom kalifornischen Bildungsministerium verabschiedete „Lehrplan für ethnische Studien“, gegen den eine Menschenrechtsorganisation und einzelne Schuleltern nun klagen, macht das Bestreben des US-Bundesstaates deutlich, Schulkindern eine Ideologie zu oktroyieren: Kinder sollen aztekische Gottheiten sowie „göttliche Kräfte“ einer indigenen Religion anrufen. Dahinter steht die Weltanschauung, „weiße, europäische Christen“ seien eine Quelle des Bösen, weil sie die indigenen Gottheiten durch den christlichen Glauben ersetzt hätten.

Aufdrängen indigener Religionen ist kein Minderheitenrecht

Lesen Sie auch:

Seit Jahrzehnten werden indigene Religionen als Bestandteil der eigenen Identität in etlichen amerikanischen Ländern – auch in Mexiko und in den Vereinigten Staaten – gefördert. Dies wird etwa durch den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ vom Dezember 1966 gedeckt, dem auch die Vereinigten Staaten beigetreten sind. Der Pakt erkennt u.a. Minderheiten das Recht, „ihre eigene Religion zu bekennen und auszuüben“. Das Aufdrängen indigener Religionen in den Schulen hat jedoch nichts mit einem Minderheitenrecht zu tun. Wie auch in anderen Bereichen, etwa in der LGTB-Ideologie, soll hier vielmehr eine Minderheit der Mehrheit ihre Gesinnung aufzwingen.

  

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
José García Gott Ideologie Menschenrechtsorganisationen Minderheitenrechte Religionen

Weitere Artikel

„Trump-Antrag“ wird zum Baerbock-Ärger: Erstmals hat die UN-Generalversammlung eine Formulierung zu „sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität“ aus einer Resolution gestrichen.
22.12.2025, 16 Uhr
José García

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting