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Cancel-Culture in Brüssel

In der EU-Hauptstadt macht ein Bezirksbürgermeister gemeinsame Sache mit der Antifa, um die „National Conservatism“-Konferenz zu verhindern.
"National Conservatism"-Konferenz 2024, Brüssel
Foto: IMAGO/JAMES ARTHUR GEKIERE (www.imago-images.de) | Rien ne va plus. Die "National Conservatism"-Konferenz 2024 wurde gestern von der Polizei in Brüssel abgeriegelt.

Seit einigen Jahren findet an wechselnden Orten in Europa und den USA die „National Conservatism“ -Konferenz („NatCon“) statt. Stets kommt dort eine illustre Runde konservativer Intellektueller, Meinungsführer und Politiker zusammen, um sich über die geistige und gesellschaftliche Lage des Abendlandes auszutauschen. So auch in diesem Jahr in Brüssel. Unter den Referenten finden sich nicht nur der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, die ehemalige britische Innenministerin Suella Braverman und Kardinal Gerhard Müller, sondern etwa auch der Historiker und „Tagespost“-Kolumnist David Engels und der christliche Bestsellerautor Rod Dreher.

Eine unheilige Allianz wider die Meinungsfreiheit

Die diesjährige Veranstaltung wird aber wohl nicht wegen der gehaltenen Vorträge, sondern vor allem aufgrund der skandalösen äußeren Umstände in Erinnerung bleiben. Denn eine unheilige Allianz aus Antifa-Gruppen, die schon im Vorfeld für eine zweifache Verlegung des Veranstaltungsortes gesorgt hatten, dem Brüsseler Bezirksbürgermeister Emir Kir sowie der auf sein Geheiß entsandten Polizei hat alles dafür getan, um die völlig friedliche Veranstaltung zu verhindern.

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Die Polizei blockierte die Zugänge zum Veranstaltungsort und ließ weder Publikum noch Redner hinein. Diejenigen Referenten, die sich bereits im Gebäude befanden, wurden zwar nicht zwangsevakuiert, hätten aber nicht zurückkehren dürfen, wenn sie sich entschieden hätten, den Veranstaltungsort zu verlassen. Dennoch wurde das Programm, so gut es unter diesen Umständen ging, weitergeführt. 

Erst die rechtliche Intervention der juristischen Menschenrechtsorganisation Alliance Defending Freedom (ADF) brachte die Wende. Das zuständige belgische Gericht entschied im Eilverfahren: Die Absage der Tagung war rechtswidrig, so dass die „NatCon“ heute nach Plan stattfinden kann.

Wer nicht links der Mitte steht, soll nicht gehört werden dürfen

Wer einen Blick auf die offizielle Begründung richtet, mit der der Bürgermeister die Veranstaltung verbieten wollte, wird ob der sich darin offen ausdrückenden Verachtung für das Recht auf freie Rede erschrecken. Die Haltung der „NatCon“ sei „nicht nur ethisch konservativ (z. B. feindlich gegenüber legaler Abtreibung, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, usw.), sondern auch auf die Verteidigung ‚nationaler Souveränität‘ gerichtet, was unter anderem eine ‚euroskeptische Einstellung‘ impliziere.“ Ein deutlicheres Eingeständnis der Cancel-Culture-Mentalität, dass Positionen, die nicht links der Mitte stehen, zum Schweigen gebracht werden sollen, hat man selten gelesen.

Damit hat der Bürgermeister zugleich den besten Beleg dafür geliefert, dass die Sorge um den geistig-kulturellen und politischen Verfall des Abendlandes, die die konservativen Teilnehmer der „NatCon“ umtreibt, mehr als berechtigt ist.

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