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Wissenschaft an Wahrheit messen

Abtreibung, Corona, Hormontherapie: Wenn Politisierung Leben zerstört.
Politisierung von wissenschaftlichen  und gesellschaftlichen Fragen
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Gegen Abtreibung zu sein, hatte vor einigen Jahren noch etwas verschroben Religiöses. Heute wird diese Haltung mit der rechten Szene in Verbindung gebracht.

„Wer mit Nazis mitmarschiert, hat nun wirklich nichts kapiert“, brüllen schwarz und rot gekleidete Gegendemonstranten. Die meisten Menschen, die beim „Marsch für das Leben“ in München mitgehen, laufen einfach weiter. Interaktions- und Argumentationsversuche sind zum Scheitern verurteilt. Gegen Abtreibung zu sein, hieß für Gleichaltrige in meiner Generation vor einigen Jahren noch etwas verschroben-religiös zu sein. Heute wird diese Haltung mit der rechten Szene in Verbindung gebracht: Möglicherweise die Folge des geschickten Zuges der AfD, den Lebensschutz in ihr Programm aufzunehmen.

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Dass es wissenschaftliche und ethische Argumente gegen Abtreibungen gibt, die letztlich mit der Frage zusammenhängen, wann das Leben beginnt und wie eine Gesellschaft das Recht auf Leben definiert, fällt dabei völlig unter den Tisch. Alternative Ideen für Frauen, die sich in der schwierigen Situation befinden, ungewollt schwanger zu sein, kommen nicht mehr zur Sprache. Der Dialog, so signalisiert die Feindseligkeit des öffentlichen Klimas, ist zu Ende.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt gibt nach

Ähnlich politisiert erlebten Geimpfte wie Nicht-Geimpfte den Diskurs während der Pandemie. Verachtung auf der einen, Frustration auf der anderen Seite: Unter dem Druck der scheinbar persönlichen Verantwortung für das Leben des Anderen gab der gesellschaftliche Zusammenhalt spürbar nach. Man ordnete Positionen zu Impfung, Lockdowns, Maßnahmen und Maskenpflicht ein, in links-grün und rechts; relativ zur eigenen Haltung als vertrauenswürdig oder inakzeptabel.

Vor kurzem offenbarte ein Leak interner Kommunikation innerhalb der transaktivistischen Gruppe WPATH (World Professional Association for Transgender Health), die für viele Gesundheitssysteme westlicher Länder medizinische Leitfäden für die Behandlung von Transgender-Patienten herausgibt, beunruhigende Äußerungen von WPATH-Mitgliedern. Offenbar sind diese sich doch nicht so sicher, dass minderjährige Patienten eine informierte Entscheidung zu das Leben verändernden Maßnahmen treffen können, wie es WPATH seit Jahren beteuert.

Geschlechtsumwanldung: Mangelnde wissenschaftliche Basis

In England, Dänemark und Schweden rudert man jetzt schon wieder zurück. 2022 ergab ein Bericht der schwedischen Regierung, dass die „wissenschaftliche Basis nicht ausreichend“ sei, um Kinder mit Hormonen zu behandeln. Das Nachrichtenportal „U.S.News“ vermutet, dass diese „konservative“ Bewegung in Europa „eher auf Wissenschaftlichkeit als Politisierung“ zurückzuführen sei.

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In Deutschland hingegen bereitet eine Kommission eine „konsensorientierte“ Leitlinie vor, die Pubertätsblocker empfehlen. Der Kinder- und Jugendpsychiater Andreas Korte bezeichnet das Papier in der „EMMA“ als „hochgradig politisiert und ideologisch aufgeladen“. Diese Politisierung wissenschaftlicher Fragen hat Folgen.

Folgen der Politisierung wissenschaftlicher Fragen

So erodiert die Fähigkeit einer Gesellschaft, vertrauen zu können und auf der Basis sicherer Quellen zu diskutieren. Auf beiden Seiten kann man gute Absichten ausmachen: Schutz der Frau und Schutz des Kindes, Linderung von Leiden und körperliche Unversehrtheit, Gesundheit und Freiheit.

Spannungen, die sich nicht ausbalancieren lassen, wenn der politische Machtkampf die Sicht verdunkelt. Aber sie müssen ausbalanciert werden und sich an der Wahrheit messen lassen. Von den möglichen Folgen, wenn das ausbleibt, erzählen zum Beispiel Detransitionierer.

Sally-Jo Durney
Sally-Jo Durney

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