Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Der gesellschaftlichen Mitte fehlt es an Schwung

Warum schafft es die bürgerliche Mitte in Politik und Gesellschaft nicht, sich zum Protest zusammenzufinden, um für ihre eigenen Anliegen zu streiten?
Die Erosion der Mitte
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Im Freistaat Thüringen und inzwischen auch in Berlin knickten CDU und FDP jüngst vor der Linken und einem ebenso geprägten gesellschaftlichen Mainstream ein.

Warum fehlt es der gesellschaftlichen Mitte an Schwung? Denkt sie vor allem im Gegensatz zu linksmotivierten Aktivisten zu viel und vielleicht zu lang darüber nach, welche Handlungsoptionen bestehen, oder verharrt sie einfach in ihrer Komfortzone? Gibt es sie überhaupt noch? Es gibt sie noch, aber sie ist verunsichert. "Wie darf man sich heute noch äußern? Mit wem darf ich mich blicken lassen?"

Organisationen der Mitte bieten keinen Halt mehr

Selbst Organisationen, die traditionell der bürgerlichen Mitte zugeordnet werden, scheinen keinen entsprechenden Halt mehr zu bieten. Im Freistaat Thüringen und inzwischen auch in Berlin knicken CDU und FDP vor der Linken und einem ebenso geprägten gesellschaftlichen Mainstream ein; Grüne und SPD sind dem längst ergeben - ein Frevel, wenn man die jüngsten Äußerungen vom Kasseler Parteitag der Linken zum Erschießen von Reichen und zur Zwangsarbeit sowie die Rechtsidentität mit der SED bedenkt.

Die großen Kirchen im Fahrwasser des Mainstreams

Lesen Sie auch:

Selbst die großen Kirchen - die evangelische mehr als die katholische - können sich kaum noch aus dem Fahrwasser des deutlich links geprägten politischen und gesellschaftlichen Mainstreams lösen. Gendersternchen und ähnliche fantastische Gestalten haben hier längst Einzug gehalten. Theologische Bedenken hinsichtlich christlicher Schöpfungs- und Familienethik verhallen oder werden gar gebrandmarkt. Dass linke Ideologie in wesentlichen Teilen mit dem christlichen Glauben im Widerspruch steht, interessiert offenbar gar nicht mehr. Der Streit zwischen Don Camillo und Peppone ist längst vergessen.

DT/mee

Warum die bürgerliche Mitte in der Gesellschaft kaum sichtbar ist, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

Themen & Autoren
Redaktion CDU Christliche Glaubensrichtungen Evangelische Kirche FDP Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen SPD Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Zwangsarbeit

Weitere Artikel

Die Journalistin Bettina Röhl, Ulrike Meinhofs Tochter, spricht mit der „Tagespost“ über die Entstehung der RAF, die 68er-Bewegung und die AfD.
16.05.2026, 21 Uhr
Meldung
Die Megiddo-Kirche in Israel wurde als ältestes christliches Gotteshaus der Welt gehandelt, aber inzwischen gibt es Zweifel an der Datierung. Die Kirche bleibt trotzdem ein Sensationsfund.
22.06.2025, 07 Uhr
Max Maletzki
E. T. A. Hoffmanns Literatur wirkt bis ins KI-Zeitalter nach. Seine Gedankenexperimente sind keine Fluchten, sondern fordern unser Wirklichkeitsverständnis heraus.
24.01.2026, 11 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Hitler begriff ihn als persönlichen Feind: Clemens Graf von Galen. Die Predigten des Bischofs von Münster gegen die Euthanasie sind auch heute eine Richtschnur.
22.05.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
1.200-Jahr-Feier des heiligen Ansgar: Deutsch-dänischer Studientag zum Apostel des Nordens.
22.05.2026, 11 Uhr
Claudia Kock
Am 10. Juni wird Papst Leo XIV. im Zuge seiner apostolischen Reise nach Spanien den zentralen Turm der Sagrada Família segnen. Erste Details zum Ablauf des Besuchs sind nun bekannt.
22.05.2026, 08 Uhr
Andreas Drouve
Wieder hat ein Abschlussbericht der Studiengruppen zum synodalen Weltprozess für Verwirrung gesorgt - diesmal ging es um praktizierte Homosexualität gläubiger Christen.
21.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst